Zeugen Jehovas

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Wis­sens­wer­tes rund um die Zeu­gen Jehovas

Grün­dung und Entstehungsgeschichte

Kaum eine andere Glau­bens­rich­tung, die sich an der christ­li­chen Welt­an­schau­ung ori­en­tiert, pola­ri­siert heut­zu­tage der­art stark wie die Zeu­gen Jeho­vas.
Ursprüng­lich wurde diese – in Ber­lin seit 2006 als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts aner­kannte – Glau­bens­rich­tung im 19. Jahr­hun­dert in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­rika gegrün­det. Heut­zu­tage orga­ni­siert sich diese christ­li­che Reli­gi­ons­ge­mein­schaft kirch­lich. Jeho­vas Zeu­gen bezeich­nen sich selbst als christ­li­che, theo­kra­ti­sche Orga­ni­sa­tion.
Der Name Jeho­vas Zeu­gen wird von der Orga­ni­sa­tion selbst seit 1931 benutzt. Der volle Name lau­tet „Jeho­vas Zeu­gen in“ gefolgt vom jewei­li­gen Land. Bei Städ­ten lau­tet die Bezeich­nung ent­spre­chend „Jeho­vas Zeu­gen, Ver­samm­lung“ gefolgt von der jewei­li­gen Stadt.

Beson­ders bekannt sind die Zeu­gen Jeho­vas auf­grund ihrer aus­ge­präg­ten Mis­sio­nie­rungs­tä­tig­kei­ten. Dies geschieht vor allem in Form der eigens pro­du­zier­ten Zeit­schrif­ten „Wach­turm“ und „Erwa­chet“. Die Lehre der Zeu­gen Jeho­vas unter­sagt die Trans­fu­sion von Blut sowie die Teil­nahme am Wehrdienst.

Die Zeu­gen Jeho­vas ver­öf­fent­li­chen selbst eigene Sta­tis­ti­ken über die Zunahme und Akti­vi­tät der Mit­glie­der­zah­len. Gene­rell sind die Zuwachs­zah­len in Ost­eu­ropa in den letz­ten Jah­ren stei­gend, wäh­rend sie in den rest­li­chen Tei­len der Welt in etwa als sta­bil zu bezeich­nen sind.
Nach eige­nen Anga­ben fan­den im Jahr 2008 welt­weit mehr als 103.000 Ver­an­stal­tun­gen mit circa 7 Mil­lio­nen akti­ven Mit­glie­dern statt. Hier­von ent­fie­len 166.000 Per­so­nen auf den deut­schen Raum. Etwa ein Drit­tel aller Mit­glie­der lebt heut­zu­tage in Latein­ame­rika sowie etwa eine Mil­lion in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Amerika.

Glau­bens­in­halt der Zeu­gen Jehovas

Die Zeu­gen Jeho­vas sehen in Jehova (Gott) den allei­ni­gen Schöp­fer und Herr­scher.
Zen­trale Grund­lage der Theo­rie der Zeu­gen Jeho­vas besteht in der Wie­der­kunft Christi. Diese könne jeder­zeit voll­zo­gen wer­den. Aus die­sem Grund sei per­ma­nente Wach­sam­keit und Demut sowie Fleiß im Bezug auf die Ver­brei­tung der Lehre der Zeu­gen von immen­ser Wich­tig­keit.
Wei­tere Stüt­zen der Glau­bens­lehre der Zeu­gen Jeho­vas kön­nen aus fol­gen­den Punk­ten ent­nom­men werden:

  1. Es gäbe keine unsterb­li­che Seele. Diese würde jedoch als Geschenk im Para­dies gewährt.
  2. Der Tod von Jesus stelle ein Los­kauf­op­fer für alle Men­schen dar.
  3. Die Wie­der­kunft von Jesus erfolge zunächst unbe­merkt, da er die Sei­nen um sich herum ver­sam­meln möchte.
  4. Die Wie­der­kunft Christi habe nicht die Ver­nich­tung der Mensch­heit zum Ziel, son­dern den Segen für die wie­der­her­ge­stellte Menschheit.

Im All­ge­mei­nen weicht die Aus­le­gung der Bibel inner­halb der Lehre der Zeu­gen Jeho­vas stark von ande­ren christ­li­chen Strö­mun­gen ab. Ein ent­schei­den­der Unter­schied hier­bei liegt in der Tat­sa­che, dass die Lehre der Zeu­gen Jeho­vas die Drei­fal­tig­keit Got­tes (Vater, Sohn und Hei­li­ger Geist) strikt ablehnt. Diese ist jedoch die zen­trale Grund­lage des Chris­ten­tums. Die Zeu­gen Jeho­vas begrün­den diese Ableh­nung mit der Aus­le­gung ent­spre­chen­der Bibel­stel­len. Tat­säch­lich fin­den sich jedoch im Neuen Tes­ta­ment zahl­rei­che Andeu­tun­gen und Stel­len, in denen expli­zit von der Drei­fal­tig­keit Got­tes gespro­chen wird.
Christ­li­che Feste wie Weih­nach­ten (Geburt von Jesus Chris­tus) und Ostern (Tod von Jesus Chris­tus sowie Auf­er­ste­hung) leh­nen die Zeu­gen Jeho­vas als heid­ni­sche Feste strikt ab.

In eini­gen Punk­ten decken sich die Vor­stel­lun­gen der Zeu­gen Jeho­vas mit denen der Evan­ge­li­schen Kir­che. In vie­len ande­ren Punk­ten jedoch unter­schei­den sich die Auf­fas­sun­gen und Aus­le­gun­gen deutlich.

Kri­tik an den Zeu­gen Jehovas

Die Abläufe inner­halb der Got­tes­dienste sind streng vor­ge­ge­ben. Jeder Got­tes­dienst läuft in jedem Land somit auf die glei­che Art und Weise ab. Hier­über wacht der Dach­ver­band der Zeu­gen Jeho­vas. Ein Aus­tritt aus die­ser Glau­bens­ge­mein­schaft ist nur schwer mög­lich. Aus­ge­tre­tene Zeu­gen wer­den von ihren ehe­ma­li­gen Glau­bens­ge­schwis­tern fortan geäch­tet. Druck und Zwang schei­nen den All­tag eines Zeu­gen zu bestim­men.
All dies wider­spricht im Grunde der christ­li­chen Lehre und hemmt die Selbst­be­stim­mung und den freien Wil­len eines jeden Men­schen. Aus die­sem Grund wird der Kampf der Zeu­gen Jeho­vas um gesell­schaft­li­che und recht­li­che Aner­ken­nung wohl noch ein lan­ger und stei­ni­ger Weg für die Zeu­gen werden.

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