Wodka
Definition
Das Wort “Wodka” leitet sich aus dem Slawischen ab und kann mit “Wässerchen” übersetzt werden. Wodka ist eine meistens fast geschmacksneutrale, klare Spirituose mit einem Alkoholgehalt von 37,5 bis 80 Volumenprozent. Eine Besonderheit ist das Fehlen vieler Nebenprodukte, die bei einer Gärung entstehen, wie Fuselölen, Aromen und weiteren fermentierten Stoffen, außer natürlich dem Alkohol selbst. Wodka wird gekühlt entweder pur oder gemixt in Cocktails getrunken.
Geschichte
Noch heute ist nicht genau geklärt, ob Wodka seinen geographischen Ursprung in Polen oder Russland hatte. Beide Parteien sind der Meinung, eine wodkaartige Spirituose sei in ihrem Land erfunden worden.
In Russland durfte das alkoholische Getränk vom 16. bis zum 18. Jahrhundert nur in Tavernen produziert und verkauft werden, die vom Zar dazu befugt waren. Dieses System bewährte sich jedoch nicht und so gab der russische Zar Peter der Große die Erzeugung des Wodkas frei und besteuerte diese. Die Produktion wurde wieder eingeschränkt, als Katharina II. beschloss, dass nur noch Adelige und staatliche Brennereien dazu befugt waren, Wodka offiziell herstellen zu dürfen.
Als Billigbrände im 19. Jahrhundert den Markt überfluteten wurde in Russland wieder das Staatsmonopol für die Produktion eingeführt.
Gegen Ausbruch des Ersten Weltkrieges sprach der Zar Nikolaus II. ein Verbot für den Verkauf und Ausschank von Wodka aus. Es folge ein Einbruch der staatlichen Einnahmen um ein Drittel, Schwarzbrennereien bildeten sich allerorts und der Schwarzmarkt boomte. Später wurde nicht nur der Verkauf und Ausschank verboten, sondern die Bolschewisten beschlossen, auch die Herstellung zu verbieten. Dieses Verbot wurde 1925 wieder aufgegeben. In den 80er Jahren wurde die Produktion teilweise wieder stark eingeschränkt. Unter der Regierung von Boris Jelzin wurde die Wodkaerzeugung in Russland zu Beginn der 90er Jahre wieder freigegeben.
Aufgrund der Machtübernahme der Kommunisten im Jahre 1917 und dem daraus resultierendem Konsumverbot von Alkohol wanderten viele Wodkahersteller aus. So brachten sie das Getränk nach Westeuropa, Neuseeland und Nordamerika. In der 50er Jahren brach der Cocktailboom aus, welcher Wodka zu einem führenden Getränk auf dem Weltmarkt machte.
Rohstoffe
Als Ausgangsstoffe zur Produktion können die unterschiedlichsten Rohstoffe dienen. Meistens jedoch werden Kartoffeln, Getreide, wie Roggen, Weizen und Gerste, oder Melasse, einem Nebenprodukt der Zuckerproduktion, verwendet.
Herstellung
Der erste Schritt zur Herstellung von Wodka ist das Zerkleinern des Rohstoffes, welcher mit Wasser versetzt und dann etwas erhitzt wird. Die sogenannte Maische entsteht, der nun Gärhefe hinzugefügt wird. Die Gärung setzt ein und der Zucker wird in Alkohol umgewandelt. Die Maische wird nun mehrfach und kontinuierlich gebrannt. Anschließend wird das Destillat gefiltert, um Begleitaromen zu entfernen und um ein geschmacksneutrales Produkt zu erhalten.
Mittlerweile wird Wodka aber auch häufig aromatisiert. Hierbei wird das Destillat oder der Wodka an sich mit Früchten, Gewürzen, Extrakten oder Essenzen angesetzt oder es werden Öle hinzugefügt.
Eine Lagerung, um einen Reifungsprozess in Gang zu setzen, ist nicht nötig. Der Wodka wird nach dem Brennen auf Trinkstärke, die in Deutschland 37,5 oder 40 Volumenprozent entspricht, verdünnt. In diesem letzten Arbeitsgang erfolgt die Zugabe von Wasser, welches meist ebenfalls filtriert wurde.
Reinheitsgebot
Viele nordeuropäische Länder und Polen forderten ein Reinheitsgebot, wie es schon in Russland und der Ukraine Bestand hat. Es besagt, dass “echter” Wodka nur noch aus Getreide, Kartoffeln und Rübensirup, der Melasse, bestehen darf. Der EU-Ministerrat einigte sich jedoch darauf, dass Wodka auch aus anderen Rohstoffen außer diesen hergestellt werden darf, wenn diese gut leserlich auf der Flasche erwähnt werden.
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Category: Lexikon | Tags: Alkohol, Getränke, Spirituosen, Wodka Kommentare deaktiviert