Weißer Hai
Der Weiße Hai gehört zur Familie der Makrelenhaie und ist ein Raubfisch. Sein Name entstammt der auffälligen weißen Bauchfärbung. Heutzutage gilt der Weiße Hai als eine gefährdete Tierart, was nicht zuletzt auf die großflächige Fischerei der Weltmeere zurückzuführen sein dürfte, bei welcher der weiße Hai oftmals der Beifang ist.
Biologische Ausprägung
Der Weiße Hai kann fast 10 m lang werden, wobei als Durchschnittslänge 5 m angesehen werden können. Diese Daten gelten allerdings nur für die Weibchen, da Männchen im Durchschnitt weitaus kleinere Körpermaße vorweisen. Das Gewicht kann in diesem Zusammenhang bei ausgewachsenen Tieren die 3 Tonnen überschreiten. Im Kopfbereich fallen die kleinen gedrungenen schwarzen Augen und Nasenhöhlen auf. Das Maul, welches sich unterhalb der auffällig spitzen Nasenpartie befindet, verfügt über einen extrem starken Kiefer, welcher mit Zähnen ausgestattet ist, die nachwachsen können. Letzteres ist auch unter dem Begriff des Revolvergebiss bekannt.
Technik der Fortbewegung
Der versteifte Rumpf wird kaum zur Fortbewegung eingesetzt. Vielmehr sorgt die starke Schwanzflosse für den Antrieb. Die Rückenflosse stabilisiert dabei den Rumpf, was insbesondere bei kurzen und schnellen Sprints von entscheidender Bedeutung ist. Es ist dem weißen Hai aber auch möglich, lange Strecken in langsamen Tempo ohne großem Krafteinsatz zu bewältigen. Ein ausgewachsenes Exemplar legt so täglich durchschnittlich eine Strecke von 80 km zurück. Eine Besonderheit ist der Temperaturhaushalt dieses Tieres. So nutzt dieser die Wärmeenergie der Bewegung effizient zur Erwärmung der eigenen Organe und der Kopfregion.
Verbreitung
Auffällig ist das große Verbreitungsgebiet des Weißen Hai. So kann dieser theoretisch in allen Weltmeeren angetroffen werden. Ausnahmen bilden die Kälteregionen an den Polen, die Ostsee sowie das Schwarze Meer. Direkt an einer Küstenregion sind regelmäßige Sichtungen aber nur im Nordatlantik bekannt. Die Tiefe ihres Lebensraumes ist relativ niedrig. So halten sich die Tiere generell in Tiefen um die 400 m auf. Forschungen wiesen nach, dass Weibchen dazu tendieren, ihr gesamtes Leben in einer Region zu verbringen. Die Männchen begeben sich jedoch häufig auf lange Reisen auf der Suche nach einer passenden Partnerin, was wohl nicht zuletzt auch dem Genpool dieser Art dienen dürfte.
Verhalten des Weißen Hai und gruppendynamische Prozesse
Das einzelne Tier ist auffällig häufig alleine. In der Gruppe kann der Weiße Hai meist zu zweit oder im Verband von bis zu zehn Exemplaren angetroffen werden. Der Informationsaustausch erfolgt dabei über die visuelle Ebene, also über bestimmte Bewegungsmuster. Im Gegensatz zu anderen Arten verfügt der Weiße Hai über keinerlei akustische Rezeptoren, weshalb dieser Kommunikationsweg der nahezu einzig Mögliche ist. Auf die Jagd gehen die Tiere ebenso alleine oder in der Gruppe. Der Hauptteil der aufgenommenen Nahrung besteht aus zuvor lebenden Tieren, wobei der Weiße Hai auch ein Aasfresser ist. Sowohl Männchen als auch Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit circa 10 Jahren. Bei der Paarung selbst halten sich die Männchen mit dem Maul am Weibchen fest. Die exakten Vorgänge während der Schwangerschaft und Befruchtung gelten dahingegen als größtenteils unbekannt bzw. nicht ausreichend erforscht.
Der Weiße Hai und der Mensch
Insbesondere in den populären Medien wurde der Weiße Hai zu einer Schreckensgestalt stilisiert. Natürlich kommt es jährlich zu einer überschaubaren Anzahl von Angriffen. Diese verlaufen jedoch meist nicht tödlich und sind das Resultat einer Verwechslung mit typischen Beutetieren.
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Category: Lexikon | Tags: Fauna, Fische, Tiere, Weißer Hai Kommentare deaktiviert