Warhol, Andy

27. November 2011

Andy War­hol war einer der wich­tigs­ten Ver­tre­ter der US-amerikanischen Pop Art. Zudem war er ein bedeu­ten­der Künst­ler, Gra­fi­ker, Ver­le­ger, Fil­me­ma­cher sowie Musik­pro­du­zent. In den 80er Jah­ren trat er in Wer­be­spots unter Ande­rem für Apple auf. Außer­dem hatte er mit “Andy Warhol’s Fif­teen Minu­tes” eine eigene Fern­seh­show. Zeit sei­nes Lebens war er eine scheue, undurch­sich­tige sowie intro­ver­tierte Per­sön­lich­keit. Es war wenig über seine Per­son bekannt und er war die Sphinx der New Yor­ker Kunstszene.

Kind­heit, Jugend und Anfänge als Grafiker

Gebo­ren wurde Andy War­hol unter dem Namen And­rej War­hola am 6. August 1928 in Pitts­burgh, Penn­syl­va­nia in den USA. Er war der jüngste Sohn einer Immi­gran­ten­fa­mi­lie aus einem klei­nen Ort in den Kar­pa­ten. Das Dorf Med­zi­l­a­borce lag vor­mals in Ungarn und gehört heute zur Slo­wa­kei. Den Vor­na­men änderte er sehr früh in And­rew um. Auf­grund einer lang­wie­ri­gen Erkran­kung im Alter von acht Jah­ren, die ihn an das Bett fes­selte, ent­wi­ckelte er bereits als Kind eine Vor­liebe für Kino­filme und Comics. An der “Car­ne­gie Mel­lon Uni­ver­sity” in Pitts­burgh stu­dierte er von 1945 bis 1949 Gebrauchs­gra­fik und machte in Male­rei sowie Design einen Abschluss.

Nach Abschluss des Stu­di­ums zog And­rew War­hola um 1950 nach New York und ver­dingte sich als Wer­be­gra­fi­ker. Erste Zeich­nun­gen ver­öf­fent­lichte die Zeit­schrift “Made­moi­selle” zu Beginn 1950 von ihm. Diese Zeich­nun­gen waren mit Andy War­hol signiert und seit­dem trat er unter die­sem Namen auf. Im Jahr 1952 hatte er als Gra­fi­ker seine erste Ein­zel­aus­stel­lung “Fif­teen Dra­wings Based on the Wri­t­ings of Tru­man Capote” in der Hugo-Galerie in New York. Im Jahr 1956 hatte er außer­dem im “Museum of Modern Art” als Gra­fi­ker eine Aus­stel­lung. Als Werbe– und Indus­triegra­fi­ker war Andy War­hol bereits sehr früh erfolg­reich. Er gehörte Ende der 50er Jahre zu den am Bes­ten bezahl­ten Gra­fik­de­si­gnern in New York.

Andy War­hol als Künst­ler und Fil­me­ma­cher in der “Factory”

Zu Beginn der 60er Jahre grün­dete War­hol Ate­liers in alten New Yor­ker Fabrik­hal­len, die er Fac­tory nannte. Die Fac­to­rys waren Ate­liers, Film­stu­dios sowie Loca­ti­ons für die zahl­rei­chen Par­tys. Hier tra­fen sich Stars und Künst­ler­kol­le­gen unter Ande­rem Mar­cel Duchamp und Sal­va­dor Dalí. Zu Beginn ver­wen­dete er für sei­nen Sieb­druck Bil­der aus Zeit­schrif­ten, spä­ter nahm er eigene Pola­ro­id­auf­nah­men. Die Bil­der wur­den von ihm sowie von sei­nen Assis­ten­ten unter Ande­rem Ger­ard Mal­anga erstellt. Bekannte Bil­der aus die­ser Zeit sind die Campbell-Suppendosen sowie zahl­rei­che Por­träts von Mari­lyn Mon­roe.

Etwa zur glei­chen Zeit begann er in sei­ner Fac­tory Per­so­nen in vie­len Situa­tio­nen zu fil­men. Zu den bekann­ten Fil­men die­ser Zeit gehö­ren unter Ande­rem der Film “Empire”. Es ist ein Por­trät des Empire State Buil­dings über acht Stun­den mit einer ein­zi­gen Kame­ra­ein­stel­lung. Zu die­ser Zeit ent­stan­den auch mit der Rock­gruppe “The Vel­vet Under­ground” Multimedia-Happenings. Dem Publi­kum prä­sen­tierte er Film­pro­jek­tio­nen, inten­sive Licht­ef­fekte sowie die extrem laute Musik der Rock­gruppe. Es wurde ruhi­ger um War­hol, nach­dem er im Jahr 1968 von der Frau­en­recht­le­rin Vale­rie Sola­nas ange­schos­sen wurde.

Zeit nach dem Attentat

Bei dem Atten­tat wurde War­hol lebens­ge­fähr­lich ver­letzt. Nach der Gene­sung wid­mete er sich wie­der sei­nen Bil­dern und Sieb­dru­cken. Die Fac­tory wurde zu einem nor­ma­len Büro­haus und er über­ließ die Arbeit sei­nen Ange­stell­ten. Für die Kunst war Fred Hug­hes zustän­dig und die Film­pro­duk­tion über­nahm Paul Moris­sey. Kunst­kri­ti­ker war­fen War­hol zu die­sem Zeit­punkt vor, dass er sich “aus­ver­kau­fen” würde. Zu die­sem Zeit­punkt war er Gast in diver­sen Fern­seh­shows, er bemalte Autos unter Ande­rem für BMW sowie für Mer­ce­des. Nach dem Tod sei­ner Mut­ter im Jahr 1972 zog sich der Künst­ler pri­vat in sein Stadt­haus zurück.

In den 80er Jah­ren arbei­tete War­hol mit Keith Haring, Fran­ceso Cle­mente und Jean-Michel Bas­quiat zusam­men, also mit befreun­de­ten Künst­lern. Dabei ent­stan­den gemein­same Bilder.

Andy War­hol starb über­ra­schend am 22. Februar 1987 nach einer Ope­ra­tion im New York Hospital.

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