VW Käfer
Oft schon wurde dieses Fahrzeug belächelt und was hat er nicht alles für schöne Namen bekommen? Kugelporsche oder Schubkarre (in Anlehnung an die beiden Auspuffendrohre, die weit auseinander lagen wie zwei Handgriffe) waren wohl noch die harmlosesten Namen für den VW Käfer.
Ein Auto für alle sollte es sein
Von Ferdinand Porsche (allerdings nach Entwürfen des Österreichers Béla Barény) ins Leben gerufen, sollte der VW Käfer das Auto sein, welches für alle erschwinglich sein sollte. Dies war ein Auftrag des Regimes im Dritten Reich. Grundlage war der Wunsch ein Auto zu entwickeln, das unter 1.000,- Reichsmark kosten sollte. Der Beginn der Konstruktion dieses Volkswagens begann bereits 1934 und ab dem Jahre 1938 konnte jeder, der sich für einen solchen KdF-Wagen (Kraft durch Freude) interessierte, wöchentlich Sparmarken im Wert von je fünf Reichsmark erwerben. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Auslieferung an die Bevölkerung jedoch in den Hintergrund gestellt. Das Produktionswerk für den Volkswagen war noch nicht fertiggestellt und die ersten Konstruktionen wurden für das Militär geliefert.
Dabei wurde zunächst nur die Technik verwendet, wie etwa die Motoren und das Getriebe. Sie fanden ihre Verwendung z. B. im Kübelwagen oder im Schwimmwagen. Ein richtiges Modell des VW Käfer stellte dann schon der ebenfalls für das Militär gelieferte Kommandeurwagen vom Typ 87 dar. Dieses Fahrzeug verfügte sogar über einen Allrad-Antrieb.
Ein Renner geht in Serie
Mit Ende des Zweiten Weltkrieges begann endlich die Erfolgsgeschichte des VW Käfer. Das ehemalige Militärfahrzeug wurde zum einen durch die Besatzungsmächte genutzt aber nun begannen auch die Auslieferungen an die Privatpersonen, für die er ja eigentlich gebaut worden ist. Aufgrund seiner einfachen Gestaltung und dennoch robusten Verarbeitung fand er schnell überall seine Freunde und Liebhaber. Bereits im Jahre 1955 konnte man die Auslieferung des millionsten Käfers verbuchen und seine Erfolgsgeschichte sollte immer weiter gehen. Nichts und niemand konnte den Weg des kleinen Wagens aufhalten.
Längst hatte der Käfer seinen Siegeszug auf den Straßen nicht nur in Deutschland angetreten sondern auch im Ausland erfreute er sich immer größerer Beliebtheit. Selbst in den Vereinigten Staaten von Amerika genoss der VW Käfer ein hohes Ansehen. Das mag vielleicht daran liegen, dass der putzige Kleine genau die richtige Antwort auf die dort normalerweise üblichen Straßenkreuzer war. Das hat dem Käfer sogar zu einem Ruhm verholfen, den seine Erfinder eigentlich so nicht eingeplant hatten.
Ein Filmheld ward geboren
Der Käfer wurde zur Hauptfigur in einer Reihe von Filmen. In den USA wurde in den Studios von Walt Disney eine ganze Reihe (sechs Kinofilme) produziert die den Käfer weit über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht haben. Auch wurde dabei natürlich das Image dieses Kleinwagens bestens aufpoliert. Als passendes Gegenstück zum amerikanischen Herbie wurde in Deutschland in den 70er Jahren eine Reihe von fünf Kinofilmen gedreht und produziert. Hier hatte der Käfer den Namen Dudu bekommen.
Während in der Version von Walt Disney der Käfer Herbie ein eigenständiges Leben hatte, war das deutsche Gegenstück lediglich ein Fahrzeug, das mit einer ganze Menge Technik computergesteuert war. Beiden war aber eines gemeinsam: da der Käfer immer als ein unscheinbares Auto galt und gegenüber anderen Fahrzeugen meist bieder und billig aussah, war jeder begeistert darüber, dass genau dieses Fahrzeug der eigentliche Held des Filmes war. Selbst als 2003 die Produktion des Käfers endgültig eingestellt wurde, hat man sich des Erfolges erinnert. So kam es auch, dass die Walt Disney Studios im Jahre 2005 noch einmal einen Herbie-Film produziert haben.
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Category: Lexikon | Tags: Automobile, Marken, Produkte, Volkswagen, VW Käfer Kommentare deaktiviert