Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland

13. April 2011

Geo­gra­fie

Als Groß­bri­tan­nien wird der Zusam­men­schluss der drei Lan­des­teile Eng­land, Wales und Schott­land bezeich­net, der zusam­men mit Nord­ir­land das Staats­ge­biet des Ver­ei­nig­ten König­reichs bil­det. Nicht zum Staats­ge­biet, aber zur bri­ti­schen Krone gehö­ren die Kanal-Inseln (Jer­sey, Guern­sey u.a.) vor der fran­zö­si­schen Küste sowie die Isle of Man in der Iri­schen See. Bei weit­ge­hen­der Auto­no­mie mit dem Ver­ei­nig­ten König­reich oder der bri­ti­schen Krone als (Kron-)Kolonie oder abhän­gi­ges Gebiet ver­bun­den sind fol­gende Ter­ri­to­rien: Gibral­tar, die Pitcairn-Insel im Pazi­fik, die Tschagos-Inseln und die von den USA als Mili­tär­stütz­punkt genutzte Insel Diego Gar­cia im Indi­schen Ozean, St. Helena im Süd­at­lan­tik und die von dort ver­wal­te­ten Inseln Ascen­sion und Tris­tan da Cunha, die Falkland-Inseln vor der argen­ti­ni­schen Küste und der von dort ver­wal­tete bri­ti­sche Ant­ark­tis­sek­tor. Ent­spre­chende Gebiete in der Kari­bik sind die Bermuda-Inseln, die Cayman-Inseln, die Turks– und Caicos-Inseln, die bri­ti­schen Jungfern-Inseln sowie die Inseln Anguilla und Montserrat.

Land­schafts­for­men

Ent­lang einer Linie von der Mün­dung des Flus­ses Exe im Süd­wes­ten über die Severn­mün­dung bis zur Mün­dung des Flus­ses Tees im Nord­os­ten glie­dert sich Groß­bri­tan­nien in die Berg­land­schaf­ten des Wes­tens und Nord­wes­tens sowie in süd­öst­li­che und östli­che Hügel­land­schaf­ten. Harte Sand­steine, Schie­fer, Quar­zite und vul­ka­ni­sche Gesteine der Erd­früh­zeit und des Erd­al­ter­tums bil­den die Ber­g­län­der, die in meh­re­ren Gebirgs­bil­dun­gen gefal­tet, anschlie­ßend wie­der abge­tra­gen und mehr­heit­lich von den Eis­zei­ten über­formt wur­den. Sie umfas­sen das Berg­land von Corn­wall und Devon, das wali­si­sche Berg­land mit dem höchs­ten Berg von Wales, dem Snow­don (1.085 m), die bis zu 893 m hohen Pen­ni­nen, den seen­rei­chen Lake District mit Eng­lands höchs­tem Berg, dem Sca­fell Pike (978 m), sowie im Nor­den die Che­viot Hills und das süd­schot­ti­sche Bergland.

Böden

In den Ber­g­län­dern tre­ten meist wenig frucht­bare saure oder moo­rige Böden auf. In den Hügel­län­dern sind die Böden der Täler für die Grün­land­wirt­schaft gut nutz­bar, die kalk­rei­chen Böden der Schicht­stu­fen­land­schaf­ten und alle Mar­schen­bö­den bie­ten aus­ge­zeich­nete Vor­aus­set­zun­gen für den Ackerbau.

Flüsse

Mit ihren gerin­gen Lauf­stre­cken haben die meis­ten der zahl­rei­chen Flüsse keine große Bedeu­tung für die Schiff­fahrt; die größ­ten und für die Trink­was­ser­ver­sor­gung wich­tigs­ten Ein­zugs­ge­biete wei­sen die Themse, die Ouse, der Trent und der Severn auf. Im Lake District und ins­be­son­dere in Schott­land gibt es eine Reihe gro­ßer Seen, so der Loch Lomond (70 km², Was­ser­tiefe 190 m) und Loch Ness (52 km², Was­ser­tiefe 327 m). Viele von ihnen wer­den, zum Teil durch Staus­seen erwei­tert, als Trink­was­ser­re­ser­voirs genutzt.

Klima

Das ozeanisch-maritime Klima mit vor­herr­schen­den West­win­den bringt milde Win­ter und kühle Som­mer mit sich. Durch Stei­gungs­re­gen erhal­ten die West­küs­ten 1.000–1.500 mm Jah­res­nie­der­schläge, die höhe­ren Lagen Schott­lands bis über 4.000 mm und der Süd­os­ten im Wind­schat­ten weni­ger als 750 mm (Lon­don zum Bei­spiel nur rd. 590 mm). Die mitt­lere Tem­pe­ra­tur nimmt im Win­ter von Wes­ten (7 °C) nach Osten (4 °C), im Som­mer von Süden (17 °C) nach Nor­den (13 °C) ab. Frost kann in allen Ber­g­län­dern auf­tre­ten; Teile der Gram­pian Moun­tains sind schneesicher.

Pflan­zen– und Tierwelt

Die lang andau­ernde Besied­lung und Bewirt­schaf­tung des Lan­des hat die ursprüng­li­che Vege­ta­tion nahezu voll­stän­dig zer­stört. Selbst die Hei­den und Wild­gras­flä­chen der Ber­g­län­der wur­den dadurch beschä­digt. Bereits im Mit­tel­al­ter setz­ten umfang­rei­che Abhol­zun­gen ein, die sich mit stei­gen­dem Holz­be­darf im indus­tri­el­len Zeit­al­ter noch ver­stärk­ten, so dass um 1900 der Wald­an­teil nur noch 5% betrug. Seit­dem haben vor allem in den Ber­g­län­dern umfang­rei­che Auf­fors­tungs­maß­nah­men dazu geführt, dass die­ser Anteil auf gegen­wär­tig 10% gestie­gen ist. Zum Schutz der land­schaft­li­chen Schön­heit wur­den zehn Gebiete zu Natio­nal­parks erklärt.

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