Geografie
Als Großbritannien wird der Zusammenschluss der drei Landesteile England, Wales und Schottland bezeichnet, der zusammen mit Nordirland das Staatsgebiet des Vereinigten Königreichs bildet. Nicht zum Staatsgebiet, aber zur britischen Krone gehören die Kanal-Inseln (Jersey, Guernsey u.a.) vor der französischen Küste sowie die Isle of Man in der Irischen See. Bei weitgehender Autonomie mit dem Vereinigten Königreich oder der britischen Krone als (Kron-)Kolonie oder abhängiges Gebiet verbunden sind folgende Territorien: Gibraltar, die Pitcairn-Insel im Pazifik, die Tschagos-Inseln und die von den USA als Militärstützpunkt genutzte Insel Diego Garcia im Indischen Ozean, St. Helena im Südatlantik und die von dort verwalteten Inseln Ascension und Tristan da Cunha, die Falkland-Inseln vor der argentinischen Küste und der von dort verwaltete britische Antarktissektor. Entsprechende Gebiete in der Karibik sind die Bermuda-Inseln, die Cayman-Inseln, die Turks– und Caicos-Inseln, die britischen Jungfern-Inseln sowie die Inseln Anguilla und Montserrat.
Landschaftsformen
Entlang einer Linie von der Mündung des Flusses Exe im Südwesten über die Severnmündung bis zur Mündung des Flusses Tees im Nordosten gliedert sich Großbritannien in die Berglandschaften des Westens und Nordwestens sowie in südöstliche und östliche Hügellandschaften. Harte Sandsteine, Schiefer, Quarzite und vulkanische Gesteine der Erdfrühzeit und des Erdaltertums bilden die Bergländer, die in mehreren Gebirgsbildungen gefaltet, anschließend wieder abgetragen und mehrheitlich von den Eiszeiten überformt wurden. Sie umfassen das Bergland von Cornwall und Devon, das walisische Bergland mit dem höchsten Berg von Wales, dem Snowdon (1.085 m), die bis zu 893 m hohen Penninen, den seenreichen Lake District mit Englands höchstem Berg, dem Scafell Pike (978 m), sowie im Norden die Cheviot Hills und das südschottische Bergland.
Böden
In den Bergländern treten meist wenig fruchtbare saure oder moorige Böden auf. In den Hügelländern sind die Böden der Täler für die Grünlandwirtschaft gut nutzbar, die kalkreichen Böden der Schichtstufenlandschaften und alle Marschenböden bieten ausgezeichnete Voraussetzungen für den Ackerbau.
Flüsse
Mit ihren geringen Laufstrecken haben die meisten der zahlreichen Flüsse keine große Bedeutung für die Schifffahrt; die größten und für die Trinkwasserversorgung wichtigsten Einzugsgebiete weisen die Themse, die Ouse, der Trent und der Severn auf. Im Lake District und insbesondere in Schottland gibt es eine Reihe großer Seen, so der Loch Lomond (70 km², Wassertiefe 190 m) und Loch Ness (52 km², Wassertiefe 327 m). Viele von ihnen werden, zum Teil durch Stausseen erweitert, als Trinkwasserreservoirs genutzt.
Klima
Das ozeanisch-maritime Klima mit vorherrschenden Westwinden bringt milde Winter und kühle Sommer mit sich. Durch Steigungsregen erhalten die Westküsten 1.000–1.500 mm Jahresniederschläge, die höheren Lagen Schottlands bis über 4.000 mm und der Südosten im Windschatten weniger als 750 mm (London zum Beispiel nur rd. 590 mm). Die mittlere Temperatur nimmt im Winter von Westen (7 °C) nach Osten (4 °C), im Sommer von Süden (17 °C) nach Norden (13 °C) ab. Frost kann in allen Bergländern auftreten; Teile der Grampian Mountains sind schneesicher.
Pflanzen– und Tierwelt
Die lang andauernde Besiedlung und Bewirtschaftung des Landes hat die ursprüngliche Vegetation nahezu vollständig zerstört. Selbst die Heiden und Wildgrasflächen der Bergländer wurden dadurch beschädigt. Bereits im Mittelalter setzten umfangreiche Abholzungen ein, die sich mit steigendem Holzbedarf im industriellen Zeitalter noch verstärkten, so dass um 1900 der Waldanteil nur noch 5% betrug. Seitdem haben vor allem in den Bergländern umfangreiche Aufforstungsmaßnahmen dazu geführt, dass dieser Anteil auf gegenwärtig 10% gestiegen ist. Zum Schutz der landschaftlichen Schönheit wurden zehn Gebiete zu Nationalparks erklärt.
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