Leben und Wirken des Valentin von Terni
Valentin von Terni war im 3. Jahrhundert zur Zeit der Christenverfolgung Bischof von Interamna (dem heutigen Terni). Er erlitt im Jahre 268 das Martyrium. Valentin soll ein geborener Römer aus adeligem Geschlecht und eifriger Verbreiter des christlichen Glaubens gewesen sein. Laut den überlieferten Heiligenlegenden folgte Valentin einer Einladung nach Rom in das Haus des Rhetors Craton, dessen Sohn unter einer unheilbaren Verwachsung litt. Als Valentin den Verkrüppelten mit Gottes Hilfe genesen liess, trat Craton mit seinem gesamten Haushalt zum christlichen Glauben über. Darunter auch drei Griechen namens Proculus, Ephebus und Apollonius, die als Cratons Schüler in jenem Haus weilten. Nachdem die Senatoren der Stadt davon erfahren hatten, veranlassten sie die Verhaftung Valentins. Dies bestärkte die Bekehrten und Valentin allerdings nur in ihrem Glauben. Die Senatoren ließen Valentin daraufhin enthaupten. Proculus, Ephebus und Apollonius bargen den Leichnam Valentins und brachten ihn nach Terni, wo sie ihn in seiner Kirche beerdigten, bevor sie kurze Zeit später selbst erschlagen wurden.
Leben und Wirken des Valentin von Rom
Einem zweiten Heiligen namens Valentin wird am 14. Februar ebenfalls gedacht. Auch er soll im Jahr 268 das Martyrium in der Stadt Rom erlitten haben. Valentin von Rom soll ein armer, ehrsamer Priester in dieser Stadt gewesen sein. Unglücklichen schenkte er zum Trost eine Blume aus seinem Garten. Zudem traute er heimlich Liebespaare nach christlichem Zeremoniell. Kaiser Claudius Goticus (reg. 268–270) missfiel dies, da sich verheiratete Männer schlechter zum Kriegsdienst eigneten. Er ließ Valentin vor sich bringen und als dieser nicht den römischen Göttern huldigen wollte, befahl der Kaiser seine Inhaftierung. Valentin heilte durch ein Wunder die erblindete Tochter seines Kerkermeisters, der daraufhin alle Christen in seinem Gewahrsam freiließ. Erzürnt veranlasste der Kaiser die Enthauptung Valentins.
Sind beide Heilige identisch
Auch wenn sich die um beider Schicksal rankenden Legenden unterscheiden, so erstaunen doch die Parallelen. Beide heißen Valentin und sollen im Jahr 268 das Martyrium in der Stadt Rom erlitten haben. Beider Begräbnisstätten sollen zudem an der Via Flaminia liegen, einer wichtigen von Rom aus in nördliche Richtung führenden Straße. Die eine am 2. Meilenstein noch in der Stadt Rom, die andere am 63. Meilenstein in der Nähe von Terni. An beiden Orten wurden Kirchen errichtet, allerdings ist bei der Basilika in Rom unklar, ob sie für den Märtyrer Valentin oder von einem Stifter namens Valentin erbaut wurde. So ist es gut möglich, daß beide Heilige identisch sind und die Verehrung von Terni nach Rom (oder andersherum) wanderte.
Brauchtum
Bereits im antiken Rom gedachte man am 14. Januar der Göttin Juno, als Beschützerin von Ehe und Familie. Dies war ein Fest der Liebenden, da um die Mitte des Februars die Paarungszeit der Vögel beginnt. So beschenkte man an diesem Tag die Frauen mit Blumen. Der Brauch wanderte von Italien über Frankreich und Belgien nach England, wo es seit dem 14. Jahrhundert üblich wurde, sich am Valentinstag anonyme Liebesbriefe (Valentines greetings) zu schreiben. Mit englischen Auswanderern setzte sich dies später in Amerika fort und kam nach dem Zweiten Weltkrieg mit den US-Soldaten auch nach Deutschland. Neben Nikolaus und St. Martin gilt Valentin als einer der volkstümlichsten Heiligen. Denn sein Fest am 14. Februar strahlt heute als „Valentinstag“, an dem sich Liebende als Zeichen der gegenseitigen Zuneigung kleine Geschenke machen, weit über den religiösen Bereich hinaus.
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