US-Dollar

13. Dezember 2011

Der US-Dollar ist die offi­zi­elle Wäh­rung der USA und wird in wei­te­ren Staa­ten als gesetz­li­ches Zah­lungs­mit­tel geführt. Das sind die Bri­ti­schen Jung­fern­in­seln, El Sal­va­dor, Bon­aire, Ecua­dor, Libe­ria, Mikro­ne­sien, Saba, die Mar­shall­in­seln, Palau, Ost­ti­mor, die Turks­in­seln, Panama, Sint Eusta­tius und die Cai­cosin­seln. Die Unter­tei­lung des US-Dollars erfolgt in 100 Cent oder 10 Dime, die Mün­zen wer­den durch die United Sta­tes Mint geprägt und die Bank­no­ten durch die BEP, einer Behörde des Finanz­mi­nis­te­ri­ums, gedruckt.

Die Ein­füh­rung des US-Dollars

Der US-Dollar wurde in den USA im Jahr 1785 als offi­zi­elle Rech­nungs­wäh­rung und 1792 als gepräg­tes Geld ein­ge­führt, wobei die Ein­füh­rung einen sehr lan­gen Vor­lauf hatte. Schon seit 1690 bemüh­ten sich die ame­ri­ka­ni­schen Kolo­nien gegen den Wider­stand der Bri­ten um ein eige­nes Wäh­rungs– und Finanz­sys­tem. Es exis­tier­ten zu die­sem Zeit­punkt in Nord­ame­rika meh­rere Wäh­run­gen neben­ein­an­der, unter Ande­rem der Spa­ni­sche Dol­lar, der Deut­sche Tha­ler und der Nie­der­län­di­sche Gul­den, wäh­rend das Bri­ti­sche Pfund ver­bo­ten war. Den Namen Dol­lar könnte die Wäh­rung in Anleh­nung an das deut­sche Wort Tha­ler erhal­ten haben, das die Ame­ri­ka­ner angli­zier­ten (Tha­ler -> Dol­lar), wäh­rend das Dol­lar­zei­chen $ wie­derum aus einer Schreib­weise des Spa­ni­schen Dol­lars (eigent­lich: Peso) ent­stan­den sein könnte, indem die Buch­sta­ben P und S überein­an­der­ge­schrie­ben wur­den. Man fin­det diese Schreib­weise auch im Spa­nisch spre­chen­den Latein­ame­rika für den Peso. Nach dem Aus­bruch des Ame­ri­ka­ni­schen Unab­hän­gig­keits­krie­ges im Jahr 1775 began­nen die Kolo­nien eine eigene Wäh­rung her­aus­zu­ge­ben, die nach einem Fehl­ver­such schließ­lich 1785 zum Dol­lar führte. Die ers­ten Mün­zen wur­den schon 1787 geprägt, aber erst mit dem 1792er „Coi­nage Act“, einem Prä­ge­ge­setz, wurde das mone­täre Sys­tem end­gül­tig fest­ge­legt. Die Zeit­spanne zwi­schen 1785 bis 1792 kann man sich so ähnlich wie die­je­nige zwi­schen dem 01.01.1999 bis zum 01.01.2002 bezüg­lich des Euros vor­stel­len. Die­ser war ab 1999 auch offi­zi­el­les Zah­lungs­mit­tel mit fes­tem Kurs inner­halb der EU, es gab ihn nur noch nicht als Münz– und Papier­geld.
Der US-Dollar war die erste Welt­wäh­rung, die dau­er­haft das Dezi­mal­sys­tem zwi­schen grö­ße­ren und klei­ne­ren Geld­ein­hei­ten ver­an­kerte. Im übli­chen Geld­ver­kehr sind davon Dol­lar und Cent übrig geblie­ben, der Dime, eine 10-Cent-Münze, spielt eine unter­ge­ord­nete Rolle, aber es gab in der Anfangs­zeit der Wäh­rung auch den Eagle, eine wich­tige 10-Dollar-Münze, die heute noch unter Samm­lern ver­brei­tet ist. Auf­grund des 1849er Mint Acts wur­den Gold­dol­lar­mün­zen geprägt, dar­un­ter auch der Dou­ble Eagle (20 Dol­lar), das erste Papier­geld wurde 1861/62 gedruckt. Der von der grü­nen Farbe abge­lei­tete Name “Green­back” bedeu­tet übri­gens Laubfrosch.

Die Ent­wick­lung zur Weltwährung

Seine Bedeu­tung als Welt­wäh­rung erlangte der US-Dollar schon bald nach der Grün­dung der FED (1913) wäh­rend des Ers­ten Welt­krie­ges, aus dem sich die USA über­wie­gend her­aus­hiel­ten und dabei ihre Wirt­schaft gegen­über den euro­päi­schen Mäch­ten erheb­lich stärk­ten. Daran änderte auch die Welt­wirt­schafts­krise der 1920er Jahre nichts, die zwar auch Ame­rika traf, Europa und die übrige Welt aber ebenso, so dass das wirt­schaft­li­che Kräf­te­ver­hält­nis in der Welt weit­ge­hend erhal­ten blieb. Im Zwei­ten Welt­krieg schließ­lich domi­nierte die ame­ri­ka­ni­sche Wirt­schaft den Glo­bus, ein­fach weil die Kriegs­fol­gen für die USA bei Wei­tem nicht so ver­hee­rend waren wie für das völ­lig zer­störte Europa und weite Teile Asi­ens und Nord­afri­kas. Als 1994 in New Hamp­shire das Bretton-Woods-System instal­liert wurde, wähl­ten die Dele­gier­ten von 44 Staa­ten und des IWF den US-Dollar zur künf­ti­gen Leit­wäh­rung. Das Bretton-Woods-System bestand bis 1971, dann gab die US-Regierung die Bin­dung an den Gold­stan­dard auf, weil zuvor schon infla­tio­när viele Dol­lar gedruckt wor­den waren. Dar­auf­hin ver­lor der Dol­lar stark an Wert, wäh­rend der Gold­preis bis 1980 stark anstieg, den­noch blieb der Dol­lar Haupt­re­ser­ve­wäh­rung nahezu aller Staa­ten der Welt. Erst zwi­schen 2002 bis 2004 büßte er noch­mals auf­grund des Han­dels­bi­lanz­de­fi­zits der USA und dem gleich­zei­ti­gen Erstar­ken des Euros etwa 15 Pro­zent an Wert ein. Im Jahr 2011 ist er noch Welt­leit­wäh­rung, könnte sich diese Rolle aber in Zukunft mit ande­ren Wäh­run­gen teilen.

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