Grundsätzliches über den Süden
Der Süden ist eine Himmelsrichtung, die von jedem beliebigen Punkt der Erde aus auf den magnetischen Südpol weist und deswegen eine wichtige Orientierungshilfe ist. Üblicherweise ist der Süden auf einer Karte am unteren Rand der Karte platziert, während der obere Rand auf den Norden weist, auf den Nordpol, der allerdings geografisch nicht ganz deckungsgleich mit dem Südpol ist. Doch die Himmelsrichtungen Norden und Süden bilden Gegensätze. Eine genauere Unterteilung der Himmelsrichtung Süden findet sich in den Unterscheidungen Südost und Südwest.
Etymologie
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen geht das Wort “Süden” zurück auf das altgermanisches Adverb “sunba”, gleichbedeutend mit “nach Süden”. Seit dem 12. Jahrhundert findet sich das “ü” im Rahmen der Lautverschiebung in dem Wort. Andere Deutungsmuster verweisen auf die Sonne, denn im Altnordischen findet sich zum Beispiel das Wort “sunnan”. Das mittelhochdeutsche “süder” wiederum verweist auf den Südwind. Somit wurde der Süden eng mit der Sonne und mit wohltuend warmem Wind in Verbindung gebracht, weil sich auf der Nordhalbkugel die Sonne um die Mittagszeit etwa im Süden befindet und die Sonne von den Menschen der kälteren Nordhalbkugel als segensreich erlebt wurde. Dabei spielte wohl nicht nur das subjektive Befinden eine Rollen, sondern auch zum Beispiel die Auswirkungen auf die überlebenswichtige Ernte.
Wissenschaftliche Definitionen
Wissenschaftlichen Definitionen zufolge kennzeichnet der Begriff Süd oder Süden eine Winkelhalbierende zwischen Ost (90 Grad) und West (270 Grad). Die Sonne befindet sich dabei um 12.00 Uhr Ortszeit auf der Nordhalbkugel ungefähr im Süden. Deshalb lässt sich auf der Nordhalbkugel mittels einer Analoguhr bei Sonnensicht der Süden bestimmen, indem man den Stundenzeiger auf die Sonne richtet. Der Südpol befindet sich dann ungefähr auf der Verlängerung der Winkelhalbierenden von Stundenzeiger und der 12 bei Normalzeit.
Umgangssprachliche Bedeutung heute
Heute wird mit dem Wort “Süden” vor allem Sonne, Urlaub, mediterranes Flair und Entspannung verbunden. Grund dafür ist, dass sich die beliebtesten Urlaubsländer Europas im Süden des Kontinents befinden: Italien, Spanien, Griechenland, etc., mit all ihren attraktiven Möglichkeiten, die Menschen aus nördlicheren Regionen so nicht gegeben sind. Der Süden und die südlichen Länder stehen für die Leichtigkeit des Lebens, für Genießen und für ein Leben in den Tag leben hinein ohne Sorgen. Dem Begriff Süden haftet demnach etwas Positives an. Wie der Germanist Dieter Richter sagt: “Der Süden hat als Sehnsuchtsort noch längst nicht ausgedient, dorthin zeigt bis heute die Kompassnadel des Glücks”. Abseits von wissenschaftlichen Analysen hat der Süden für Mittel– und Nordeuropäer also eine Konnotation von vielen positiven Assoziationen, wobei das beileibe nicht immer so war:
Der Süden in der Antike
Die Römer, selbst im südlichen Europa angesiedelt, fürchteten den Süden, wo die Menschen in der Sonne “verbrannten”. Kaum ein Seefahrer wagte sich ab einem bestimmten Punkt weiter südlich vor. Biblisch gesehen waren die missratenen Nachkommen Noahs ebenfalls im Süden angesiedelt, wo sie unter dem Fluch der Knechtschaft litten.
Zeigt also noch die nordische Verbindung zum Wort Süden eine positive Konnotation auf, so ist dies kulturell durchaus unterschiedlich. Neben den rein formalen Kriterien, die das Wort Süden kennzeichnen, so steht der Begriff auch für bestimmte angenehme Assoziationen für Menschen den nördlicheren Europas. Der eben zitierte Dieter Richter hat ein Buch vorgelegt, wo er den Verbindungen mit dem Süden, der im Gegensatz zum Norden erst spät eine Bedeutung entwickelte, nachspürt und die Relevanz für die Menschen eruiert.
Süden hat damit sowohl eine wissenschaftliche Tragweite als auch eine Menschliche, wobei die Sehnsucht nach einem schöneren Leben eine Rolle spielt.
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