Pfingsten

29. Mai 2011

Pfings­ten gehört zu den bedeu­tends­ten Fes­ten des Kir­chen­jah­res. Das Pfingst­fest (von grie­chisch “pen­te­koste” — der fünf­zigste Tag) fin­det jedes Jahr fünf­zig Tage nach dem Oster­fest statt. Es mar­kiert das Ende der Oster­zeit. Gläu­bige Chris­ten fei­ern an Pfings­ten die Her­ab­kunft des Hei­li­gen Geis­tes auf die Jün­ger und Apos­tel Jesu. Das Pfingst­fest wird auch als die Grün­dung der Kir­che interpretiert.

Der jüdi­sche Ursprung des Pfingstfestes

Das christ­li­che Pfingst­fest ver­weist auf die jüdi­sche Tra­di­tion. Laut Apos­tel­ge­schichte fand die Ent­sen­dung des Hei­li­gen Geis­tes am Tag des jüdi­schen Wochen­fes­tes Scha­wuot statt. Scha­wuot wird fünf­zig Tage nach dem Pes­sach­fest gefei­ert, das an den Aus­zug des Vol­kes Israel aus Ägyp­ten und an seine Befrei­ung aus der ägyp­ti­schen Skla­ve­rei erin­nert. An Scha­wuot fei­ern die Juden die Offen­ba­rung der Tora durch Moses und ins­be­son­dere die darin ent­hal­te­nen 10 Gebote. Da in Israel in der Zeit des Schawuo-Festes Wei­zen geern­tet wird, gilt es gleich­zei­tig als Ern­te­dank­fest.

Die christ­li­che Tradition

Im Mit­tel­punkt der christ­li­chen Tra­di­tion steht das Pfingst­wun­der. Nach der Ver­zweif­lung der Jün­ger über den Tod Jesu am Kar­frei­tag ist Pfings­ten ein Fest der Freude und der Hoff­nung. Aus Sicht der Jün­ger ist das Pfingst­fest nach der Auf­er­ste­hung und Him­mel­fahrt Christi ein Zei­chen für das Fort­le­ben sei­ner Bot­schaft. Das Pfingst­wun­der wird im Neuen Tes­ta­ment, zu Beginn des 2. Kapi­tels der Apos­tel­ge­schichte, geschil­dert. Dem­nach wer­den die Jün­ger Christi wäh­rend des Schawuot-Festes in Jeru­sa­lem vom Hei­li­gen Geist erfüllt. Sie erhal­ten die Gabe, in ver­schie­de­nen Spra­chen zu spre­chen und zu pre­di­gen. Die ent­spre­chende Stelle im Kapi­tel 2,1–4 der Apos­tel­ge­schichte lautet:

“Als der Pfingst­tag gekom­men war, befan­den sich alle am glei­chen Ort. Da kam plötz­lich vom Him­mel her ein Brau­sen, wie wenn ein hef­ti­ger Sturm daher­fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschie­nen ihnen Zun­gen wie von Feuer, die sich ver­teil­ten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nie­der. Alle wur­den mit dem Hei­li­gen Geist erfüllt und began­nen, in frem­den Spra­chen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.”

Auf die Ent­sen­dung des Hei­li­gen Geis­tes folgt in der Apos­tel­ge­schichte die Pre­digt des Petrus. Die­ser for­dert von den Men­schen Buße zu tun und sich auf den Namen Christi tau­fen zu las­sen. Erst dann könne Ver­ge­bung erfah­ren und die Gabe des Hei­li­gen Geis­tes emp­fan­gen werden.

Das Pfingst­wun­der kann als Auf­he­bung der baby­lo­ni­schen Sprach­ver­wir­rung ver­stan­den wer­den. Mit die­ser hatte Gott die Men­schen für ihren Über­mut (ver­sinn­bild­licht durch den Turm­bau zu Babel) gestraft. Die Ent­sen­dung des Hei­li­gen Geis­tes steht für ein Ver­ste­hen der Bot­schaft Christi über alle Sprach– und Län­der­gren­zen hinaus.

Bräu­che rund um das Pfingstfest

Im Laufe der Zeit haben sich zahl­rei­che, oft auf eine bestimmte Region begrenzte Pfingst­bräu­che her­aus­ge­bil­det. So reg­nen am Pfingst­sonn­tag in Rom Unmen­gen roter Rosen­blät­ter durch die offene Kup­pel des Pan­the­ons auf Scha­ren Pil­ger und Besu­cher nie­der. Die Rosen­blät­ter sol­len an die Feu­er­zun­gen erin­nern, in Gestalt derer der Hei­lige Geist laut Apos­tel­ge­schichte auf die Jün­ger her­ab­kam. In Deutsch­land wer­den am Pfingst­wo­chen­ende vom Steh­len des Pfingst­baums bis hin zur Pfingst­kir­mes die unter­schied­lichs­ten Bräu­che gepflegt. In Öster­reich, Deutsch­land und in den meis­ten Regio­nen der Schweiz ist der Pfingst­mon­tag ein gesetz­li­cher Feiertag.

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