Pfingsten gehört zu den bedeutendsten Festen des Kirchenjahres. Das Pfingstfest (von griechisch “pentekoste” — der fünfzigste Tag) findet jedes Jahr fünfzig Tage nach dem Osterfest statt. Es markiert das Ende der Osterzeit. Gläubige Christen feiern an Pfingsten die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger und Apostel Jesu. Das Pfingstfest wird auch als die Gründung der Kirche interpretiert.
Der jüdische Ursprung des Pfingstfestes
Das christliche Pfingstfest verweist auf die jüdische Tradition. Laut Apostelgeschichte fand die Entsendung des Heiligen Geistes am Tag des jüdischen Wochenfestes Schawuot statt. Schawuot wird fünfzig Tage nach dem Pessachfest gefeiert, das an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten und an seine Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei erinnert. An Schawuot feiern die Juden die Offenbarung der Tora durch Moses und insbesondere die darin enthaltenen 10 Gebote. Da in Israel in der Zeit des Schawuo-Festes Weizen geerntet wird, gilt es gleichzeitig als Erntedankfest.
Die christliche Tradition
Im Mittelpunkt der christlichen Tradition steht das Pfingstwunder. Nach der Verzweiflung der Jünger über den Tod Jesu am Karfreitag ist Pfingsten ein Fest der Freude und der Hoffnung. Aus Sicht der Jünger ist das Pfingstfest nach der Auferstehung und Himmelfahrt Christi ein Zeichen für das Fortleben seiner Botschaft. Das Pfingstwunder wird im Neuen Testament, zu Beginn des 2. Kapitels der Apostelgeschichte, geschildert. Demnach werden die Jünger Christi während des Schawuot-Festes in Jerusalem vom Heiligen Geist erfüllt. Sie erhalten die Gabe, in verschiedenen Sprachen zu sprechen und zu predigen. Die entsprechende Stelle im Kapitel 2,1–4 der Apostelgeschichte lautet:
“Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.”
Auf die Entsendung des Heiligen Geistes folgt in der Apostelgeschichte die Predigt des Petrus. Dieser fordert von den Menschen Buße zu tun und sich auf den Namen Christi taufen zu lassen. Erst dann könne Vergebung erfahren und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen werden.
Das Pfingstwunder kann als Aufhebung der babylonischen Sprachverwirrung verstanden werden. Mit dieser hatte Gott die Menschen für ihren Übermut (versinnbildlicht durch den Turmbau zu Babel) gestraft. Die Entsendung des Heiligen Geistes steht für ein Verstehen der Botschaft Christi über alle Sprach– und Ländergrenzen hinaus.
Bräuche rund um das Pfingstfest
Im Laufe der Zeit haben sich zahlreiche, oft auf eine bestimmte Region begrenzte Pfingstbräuche herausgebildet. So regnen am Pfingstsonntag in Rom Unmengen roter Rosenblätter durch die offene Kuppel des Pantheons auf Scharen Pilger und Besucher nieder. Die Rosenblätter sollen an die Feuerzungen erinnern, in Gestalt derer der Heilige Geist laut Apostelgeschichte auf die Jünger herabkam. In Deutschland werden am Pfingstwochenende vom Stehlen des Pfingstbaums bis hin zur Pfingstkirmes die unterschiedlichsten Bräuche gepflegt. In Österreich, Deutschland und in den meisten Regionen der Schweiz ist der Pfingstmontag ein gesetzlicher Feiertag.
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