Passivhaus

15. Dezember 2011

Das Pas­siv­haus ist eine Wei­ter­ent­wick­lung des Nied­rig­en­er­gie­hau­ses und mitt­ler­weile das füh­rende Bau­kon­zept beim Ökolo­gi­schen Bauen. Dabei han­delt es sich nicht um einen bestimm­ten Haus­typ, son­dern um eine Bezeich­nung einer bestimm­ten Bau­weise. Die­ses Ökohaus ver­eint dabei umwelt­freund­li­che Eigen­schaf­ten, wie die Ener­gie­ef­fi­zi­enz, mit Wirt­schaft­lich­keit und Kom­fort, da es ohne ein kon­ven­tio­nel­les, akti­ves Heiz­sys­tem auskommt.

Haupt­merk­male Passivhaus

Das Pas­siv­haus ist durch das Feh­len einer akti­ven, sepa­ra­ten Hei­zungs­an­lage und eines Kli­ma­ti­sie­rungs­sys­tems gekenn­zeich­net. Der jähr­li­che Heiz­wär­me­be­darf des Pas­siv­hau­ses liegt bei einem Richt­wert von 15 kWh/(m2a). Die Ein­spa­rung der Heiz­wärme liegt beim Pas­siv­haus um ca. 90% unter dem Heiz­wär­me­be­darf eines kon­ven­tio­nell gebau­ten Hau­ses. Der gesamte pri­märe Ener­gie­be­darf, also auch Warm­was­ser und Strom, liegt beim Pas­siv­haus unter 120 kWh/(m2a) im Jahr. Diese Ener­gie­ef­fi­zi­enz erzielt das Pas­siv­haus durch seine beson­dere Bauweise.

Bau­weise Passivhaus

Die gesamte Gebäu­de­hülle wird sehr gut, unter Ver­mei­dung von Wär­me­brü­cken an Kan­ten und Ecken, gedämmt. Die Ver­ar­bei­tung der Bau­teile erfolgt bereits unter dem Gesichts­punkt der Ener­gie­ef­fi­zi­enz, so dass alle Umfas­sungs­flä­chen des Hau­ses sehr geringe Wär­me­ver­luste auf­wei­sen. Die Stärke der Däm­mung sollte zwi­schen 25 und 40 cm betra­gen. Diese Bau­weise gewähr­leis­tet, dass alle Rau­m­um­ge­bungs­flä­chen gleich warm sind. Die­ser Umstand wird mit dem Begriff ther­mi­sche Behag­lich­keit umschrie­ben. Die Fens­ter die­nen der pas­si­ven Solar­ge­win­nung. Sie sind mit gro­ßen Glas­flä­chen und einer Dreifach-Wärmeschutzverglasung ver­se­hen, um die Wärme Som­mer wie Win­ter im Haus zu hal­ten. Der Son­nen­ein­fall der Fens­ter ist somit Bestand­teil der Wär­me­ge­win­nung im Pas­siv­haus. Daher sollte ein Pas­siv­haus mög­lichst viele Fens­ter auf der Süd­seite auf­wei­sen. Ein kon­ven­tio­nel­les Heiz­sys­tem ist damit nicht not­wen­dig. Die Ver­sor­gung mit Frisch­luft erfolgt nicht durch das Öffnen der Fens­ter, um Ener­gie­ver­luste zu ver­mei­den. Da die Gebäu­de­hülle luft­dicht abge­dich­tet ist, erfolgt die not­wen­dige Luft­zu­fuhr durch eine Kom­fort­lüf­tung, die mit einem Wär­me­über­tra­ger aus­ge­stat­tet ist. So nutzt das Pas­siv­haus min­des­tens 75% der Abluft zur Wär­me­rück­ge­win­nung. Zusätz­lich wird die Abwärme von Per­so­nen und Haus­halts­ge­rä­ten über die Wär­me­rück­ge­win­nung, z. B. zur Erwär­mung der Frisch­luft, genutzt.

Vor­teile Passivhaus

Ein Ökohaus muss nicht mit weni­ger Kom­fort ein­her­ge­hen. Das Pas­siv­haus bie­tet in allen Räu­men durch die dichte Wär­me­däm­mung eine gleich­mä­ßige Innen­tem­pe­ra­tur. Diese Raum­tem­pe­ra­tur unter­liegt nur gerin­gen Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen. Da ein Pas­siv­haus keine Wär­me­brü­cken auf­weist, gibt es keine Pro­bleme mit Schim­mel­be­fall oder Feuch­tig­keit. Die Kom­fort­lüf­tung sorgt für fri­sche und, dies schät­zen vor allem All­er­gi­ker, pol­len­freie Luft. Der geringe Ener­gie­be­darf ermög­licht dem Haus­be­sit­zer eine grö­ßere Unab­hän­gig­keit von fos­si­len Roh­stof­fen und deren stei­gen­den Preise. Dabei dau­ert es aller­dings einige Jahre bis die Ener­gie­ein­spa­rung die zusätz­li­chen Kos­ten eines Pas­siv­hau­ses übersteigt.

Kos­ten Passivhaus

Jeder Haus­typ kann als Pas­siv­haus gebaut wer­den. Die Schät­zun­gen der Zusatz­kos­ten bei Neu­bau­ten in Pas­siv­bau­weise gehen weit aus­ein­an­der. Nach Exper­ten­mei­nung kön­nen die zusätz­li­chen Bau­kos­ten zwi­schen 8 und 25 % gegen­über dem kon­ven­tio­nel­len Haus­bau lie­gen. Dem­ge­gen­über müs­sen die Ener­gie­ein­spa­run­gen ange­rech­net wer­den, so dass eine Amor­ti­sa­tion je nach Bau­kos­ten­höhe ab 10 bis 15 Jah­ren mög­lich ist. Auch Alt­bau­ten kön­nen mit Merk­ma­len eines Pas­siv­hau­ses saniert wer­den. Die Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW) bie­tet zins­ver­bil­ligte Dar­le­hen für den Bau und die Sanie­rung von Gebäu­den nach Ener­gie­ef­fi­zi­enz­kri­tie­rien (KfW-Effizienzhaus) an. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die allei­nige Betrach­tungs­weise der Bau­kos­ten eines Pas­siv­hau­ses zukünf­tig ange­sichts immer stei­gen­der Ener­gie­preise an Bedeu­tung ver­lie­ren wird.

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