Der Norden als Haupthimmelsrichtung
Der Norden ist neben dem Süden, dem Osten und dem Westen eine der vier Haupthimmelsrichtungen. Der Norden wird durch den Nordpunkt bestimmt. Das ist ein exakt im Norden liegender Punkt am Horizont. Das Wort Norden stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet so viel wie “unter” oder “links”. Diesbezüglich bezeichnet der Name vermutlich die Seite, die sich links von der aufgehenden Sonne befindet.
Auf dem Kompass liegt der Norden oben. Ihm direkt gegenüber liegt der Süden. Der Westen liegt vom Betrachter des Kompasses aus gesehen links, der Osten rechts. Zwischen dem Norden und dem Westen liegen die Himmelsrichtungen Nord-Nord-West, Nordwest und West-Nord-West. Zwischen dem Norden und dem Osten liegen die Himmelsrichtungen Nord-Nord-Ost, Nordosten und Ost-Nord-Ost. Als Richtung wird der Norden insbesondere auch zur Angabe der Koordinaten sowie zur Navigation verwendet. Auf den meisten Landkarten ist der Norden ebenfalls oben eingezeichnet. Ist dies nicht der Fall, so wird die Nordrichtung normalerweise durch eine Windrose dargestellt.
Die Ermittlung der Himmelsrichtung Nord
Es gibt verschiedene Methoden, um die nördliche Richtung zu definieren. So lässt sich die Lage des Nordens zum Beispiel durch einen Kreiselkompass feststellen. Der magnetische Nordpol kann am Einfachsten mit einem Magnetkompass angepeilt werden. Diesbezüglich weist eine Magnetnadel in die Richtung des magnetischen Nordpols.
Außerdem kann auch der Sonnenstand zu einer bestimmten Uhrzeit Auskunft darüber geben, wo der Norden zu finden ist. Auf diese Weise lässt sich die Nordrichtung mit einer Treffsicherheit von etwa 15° bestimmen, falls man sich nördlich des im Norden liegenden Wendekreises befindet. Bei der Bestimmung der Himmelsrichtung kann eine Analoguhr mit klassischem Ziffernblatt gute Dienste leisten. So zeigt die Winkelhalbierende, die sich zwischen der 12-Uhr-Ziffer und dem kleinen, auf die Sonne gerichteten Zeiger befindet, in die südliche Himmelsrichtung. Es sollte jedoch beachtet werden, dass die infolge der Zeitumstellung angezeigte Mittagsstunde in den Sommermonaten in Wahrheit erst eine Stunde später der Regel entsprechen würde.
Eine weitere Möglichkeit, die Nordrichtung zumindest grob abzuschätzen, ist die Orientierung an diversen Gegebenheiten. So kann zum Beispiel bei einem Baum, einer Mauer oder einem Dach, das mit Moos bewachsen ist, davon ausgegangen werden, dass sich die betreffende Seite in nordwestlicher Richtung befindet. Das liegt daran, dass das Regenwetter in den meisten Fällen aus dem Nordwesten kommt. Außerdem ist ein Großteil der in Deutschland installierten Satelliten-Schüsseln leicht gegen die Nordrichtung gewandt.
Desweiteren gibt auch der Polarstern darüber Auskunft, wo sich der Norden befindet. Der Polarstern kann daher vor allem in klaren Nächten das Navigieren erleichtern. Der auch als Nordstern bezeichnete Planet ist der zweitgrößte Stern im Bild des Kleinen Bären. Der Abstand zum nördlichen Himmelspol beträgt nur etwa 1°. Mit ihm wird nicht nur die Himmelsrichtung, sondern auch der geographische Breitengrad bestimmt.
Der Nordpol als Inbegriff des absoluten Nordens
Viele Menschen denken bei dem Begriff Norden sofort an den Nordpol. Tatsächlich befindet sich der Nordpol am nördlichsten Schnittpunkt der Erdachse. Der Nordpol ist zugleich auch der Schnittpunkt aller Meridiane, das sind gedachte Großkreislinien, die zwischen Süd– und Nordpol verlaufen. Als Arktis wird das Gebiet bezeichnet, das sich zwischen dem nördlichen Polarkreis und dem Nordpol befindet. Die Arktis umfasst den nördlichen Teil von Kanada, Alaska, Sibirien und Skandinavien, insbesondere auch die zu Dänemark gehörende Insel Grönland und Spitzbergen in Norwegen. Das im Zentrum der Arktis befindliche Nordpolarmeer ist von den Jahreszeiten unabhängig von Eis bedeckt. Die Böden im hohen Norden tauen im Sommer nur oberflächlich auf.
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