Nikolaus von Myra

19. November 2009

Bio­gra­fi­sche Erkenntnisse

Das Geburts­da­tum des Niko­laus von Myra geht auf die Zeit um 280/286 an den Ort Patara in Lykien zurück. Etwa auf die Zeit zwi­schen 345 und 351 wird das Ster­be­jahr von Niko­laus von Myra geschätzt. Als Ster­be­ort wird Demre, eine Stadt in der Tür­kei ver­mu­tete.
Mit der Voll­en­dung des 19. Lebens­jahrs weihte ihn sein Onkel, der Bischof Niko­laus von Myra, zum Pries­ter in Demre. Seit die­sem Zeit­punkt war Niko­laus aktiv als Abt im nament­lich erwähn­ten Klos­ter von Sion tätig. Nach dem Tod sei­ner Eltern behielt Niko­laus sein Erbe nicht für sich allein son­dern er übergab es den armen Schich­ten des Vol­kes. Für viele Mäd­chen und junge Frauen bedeu­tete Armut zur dama­li­gen Zeit den Zwang, als Pro­sti­tu­ierte zu arbei­ten, um über­le­ben zu kön­nen. Viele junge Frauen ent­ka­men einem Leben in der Pro­sti­tu­tion durch die Ver­mö­gens­zu­wen­dun­gen von Niko­laus.
Über­lie­ferte Legen­den wei­sen dem­ge­gen­über aus, dass Niko­laus nicht sein recht­mä­ßi­ges Erbe ver­teilte son­dern dass es sich um gestoh­le­nes Geld sei­ner Eltern han­delte.
Als sein Onkel ver­starb, machte sich Niko­laus auf die Reise ins Hei­lige Land. Er erreichte sein Ziel, kehrte zurück und wurde von den Bewoh­nern sei­ner Hei­mat­stadt als Bischof benannt. Niko­laus war jedoch nicht nur ein Hei­li­ger. Er zeich­nete sich durch Mut, Taten­drang und Tem­pe­ra­ment aus. Nach einer Über­lie­fe­rung war er dem­ge­gen­über durch Tugen­den wie diplo­ma­ti­sches Ver­hand­lungs­ge­schick, Nächs­ten­liebe und star­kes Rechts­ge­fühl bekannt.
Durch zahl­rei­che Legen­den wird über­lie­fert, dass Niko­laus im Jahre 325 beim 1. Kon­zil von Nicäa anwe­send war. Er ver­ab­scheute die Lehre des Aria­nis­mus und bekämpfte diese ener­gisch. Fest­ge­hal­ten ist, dass es wäh­rend die­ses Kon­zils zu einer Aus­ein­an­der­set­zung mit Arius kam, in des­sen Fort­gang Niko­laus die­sem Ohr­fei­gen gab.

Der 6. Dezember

Diese Datum trägt im Leben des Niko­laus von Myra eine ganz beson­dere Bedeu­tung. Im Jahre 310 kam es durch Niko­laus zur Zer­stö­rung des Tem­pels, wel­cher für die soge­nannte Hei­den­göt­tin Diana errich­tet wor­den war. Sie war in den Gebie­ten um Lykiens eine von den See­fah­rern ver­ehrte Schutz­pa­tro­nin. Aus die­sem Grund war ihr Tem­pel so präch­tig, dass er zu den schöns­ten und impo­san­tes­ten Bau­wer­ken zählte. Der soge­nannte Nikolaus-Tag ist zugleich der Geburts­tag von Diana.

Gaben des Niko­laus am 6. Dezember

Diese Tra­di­tion ent­stammt ver­schie­de­ner Legen­den und ist seit 1555 belegt. Aus ihr geht her­vor, dass Niko­laus von Myra zahl­rei­che Geld­ge­schenke ohne des Wis­sens der Beschenk­ten in den Socken ver­steckte, die er ent­we­der durch den Kamin oder durch das Fens­ter erreichte. In einer Geschichte ver­hält es sich so, dass ein Vater arm war und seine drei Töch­ter hätte in die Pro­sti­tu­tion schi­cken müs­sen. Diese Unglück war nun­mehr abge­wen­det wor­den.
Die Über­lie­fe­rung hat sich inner­halb des Chris­ten­tums bis in die heu­tige Zeit erhal­ten und auch viele Nicht­chris­ten erwar­ten in der Nacht vom 5. zum 6. Dezem­ber den Niko­laus oder Ruprecht, wel­cher ins­be­son­dere kleine Gaben in die Stie­feln der Kin­der steckt und als Gaben­brin­ger erwähnt wird.

Inter­es­sante Legenden

In wei­te­ren Über­lie­fe­run­gen wird davon berich­tet, dass Niko­laus von Myra drei Men­schen das Leben ret­tete. Sie waren zum Tode ver­ur­teilt wor­den, obwohl sie der Tat nicht über­führt wer­den konn­ten. Er erschien dar­auf­hin dem Kai­ser in sei­nen Träu­men und wünschte die Frei­las­sung der Unglück­li­chen. Eine andere Aus­le­gung bekun­det, dass er im Traum des Kai­sers das hoch erho­bene Schwert des Hen­kers ergriff und den Schlag unter­brach.
Fast unwirk­li­che oder mys­thi­sche Züge tra­gen die Aus­füh­run­gen, wel­che im Zusam­men­hang mit Niko­laus von Myra und drei Jun­gen gemacht wur­den, wel­che zer­stü­ckelt wor­den waren und die er wie­der zum Leben erweckt haben soll.

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