Muttertag

18. April 2010

Hal­lo­ween, Weih­nach­ten, Ostern haben alle eine Gemein­sam­keit — der Grund­ge­danke hin­ter die­sen Fei­er­ta­gen ist ein Schö­ner, und den­noch stam­men die meis­ten Bräu­che die­ser Tage aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und genie­ßen den zwei­fel­haf­ten Ruf, nur der Gewinn­ma­xi­mie­rung der Geschen­kelä­den zu die­nen. Der Mut­ter­tag ist den­noch eine geschätzte Tra­di­tion — beson­ders unter den Müt­tern selbst, denen zu Ehren der zweite Sonn­tag im Mai der Mut­ter Geschenke gemacht wer­den, Mann und Kin­der den Haus­halt über­neh­men oder essen gehen.

Die Geschichte des Muttertags

Der Mut­ter­tag als Fei­er­tag stammt aus den USA, wo er von Anna Marie Jar­vis im Jahre 1907 zum ers­ten Mal gefei­ert wurde. Zu Ehren ihrer ver­stor­be­nen Mut­ter führte sie das Memo­rial Mothers Day Mee­ting durch, im Jahr dar­auf gab es eine Andacht zu Ehren aller Müt­ter am zwei­ten Mai­sonn­tag. Als Metho­dis­tin erreichte sie es, den Mut­ter­tag zunächst als Fei­er­tag in ande­ren Kir­chen zu eta­blie­ren, machte es sich aber gleich­zei­tig zum Ziel, den Fei­er­tag auf natio­na­ler Ebene ein­zu­füh­ren — was US-Präsident Woo­drow Wil­son im Jahre 1914 bewil­ligte.
Zu dem Vor­wurf der Kom­mer­zia­li­sie­rung des Tages, der den USA immer wie­der vor­ge­wor­fen wird, äußerte sich die Begrün­de­rin Anna Marie Jar­vis kri­tisch. Dies sei nicht ihre Absicht gewesen.

Die Ent­ste­hung des Mut­ter­tags in Deutschland

In Deutsch­land führte zwi­schen 1922 und 1923 der Ver­band Deut­scher Blu­men­ge­schäfts­in­ha­ber den Mut­ter­tag als Tag ein, an dem die Mut­ter Blu­men geschenkt bekam. In der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus fiel der Tag der poli­ti­schen Pro­pa­ganda zum Opfer, denn Ziel die­ser Poli­tik waren unter ande­rem Groß­fa­mi­lien. Im spä­te­ren West­deutsch­land wurde er wie­der als Tag zur Feier der Mut­ter­schaft ein­ge­führt, in der DDR gab es einen alter­na­ti­ven Fei­er­tag, der aller­dings dem­sel­ben Zweck diente.
Der genaue Tag ist nicht gesetz­lich fest­ge­schrie­ben. Da die Blu­men­ge­schäfte auch heute noch stark an der Auf­recht­er­hal­tung des Mut­ter­tags betei­ligt sind, rich­ten sie ihre Wer­bung in der Regel auf den zwei­ten Sonn­tag im Mai aus und haben an die­sem Tag geöffnet.

Bräu­che und Geschenke am Muttertag

Der Sinn des Mut­ter­tags ist es, der Mut­ter für ihre Bemü­hun­gen um Fami­lie und Kin­der zu dan­ken. Nicht nur in Deutsch­land, son­dern welt­weit sind Schnitt­blu­men und Blu­men­sträuße die belieb­tes­ten Geschenke. Das liegt nicht etwa daran, dass im Mai oft­mals Blu­men frisch vom Feld geschnit­ten wer­den kön­nen, son­dern an der Ent­ste­hung des deut­schen Mut­ter­tags durch die Bemü­hun­gen der Flo­ris­ti­ker.
Der Trend geht aller­dings hin zu mate­ri­el­len Geschen­ken. Beliebt sind bei­spiels­weise Par­füm oder andere Kos­me­tik­ar­ti­kel, die sich die Mut­ter sonst nicht leis­tet, aber auch per­sön­lich gestal­tete Geschenke — bei­spiels­weise Gut­scheine fürs Kino oder den Haus­halt. Nicht nur die Kin­der, son­dern auch der Vater kann der Mut­ter an die­sem Tag ein Geschenk machen.
Am Mut­ter­tag über­nimmt meist der Vater zusam­men mit den Kin­dern die Ver­pflich­tun­gen im Haus­halt, die ansons­ten die Mut­ter erle­digt. Dazu gehö­ren bei­spiels­weise die Vor­be­rei­tung des Früh­stücks oder Früh­stück am Bett, das Kochen und Abspü­len nach dem Essen, staub­sau­gen, put­zen oder ein am Vor­tag geba­cke­ner Kuchen für den Kaf­fee am Nach­mit­tag, der am Abend zuvor vor­be­rei­tet wird, wäh­rend die Mut­ter aus der Küche ver­bannt wird. Wer sich der Ver­ant­wor­tung ent­zie­hen will oder wes­sen Koch­künste zu wün­schen übrig las­sen, kann natür­lich ein­fach einen Tisch im Lieb­lings­re­stau­rant der Mut­ter buchen.

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