Mondfinsternis
Eine Mondfinsternis tritt ein, wenn die Erde zwischen Sonne und Mond steht, wobei dieser sich außerdem mit einem Winkel von 180° in Opposition zur Sonne befinden muss (Vollmond).
Da die Umlaufbahn des Mondes um die Erde gegenüber der Umlaufbahn der Erde um die Sonne (Ekliptik) um ca. 5% geneigt ist, bewegt sich der Mond meist über oder unter dem Erdschatten hindurch. Eine Mondfinsternis tritt jedoch nur dann ein, wenn der Mond vollständig oder teilweise den Erdschatten passiert.
Landläufig werden nur sogenannte Kernschattenfinsternisse als Mondfinsternisse wahrgenommen. Der astronomische Begriff wird jedoch weiter gefasst.
Kernschatten und Kernschattenfinsternis
Den Teil des Erdschattens, innerhalb dessen für einen Beobachter die Sonne von der Erde vollständig bedeckt wird, bezeichnet man als Kernschatten.
- Beispiel:
- Befindet sich der Mond im Kernschatten der Erde, so wird die Sonne für einen auf dem Mond befindlichen Beobachter vollständig von der Erde bedeckt.
Für den Beobachter auf der Erde verdunkelt sich der Mond vollständig. Es erreicht (fast) kein Sonnenlicht die Mondoberfläche. Folglich kann auch (fast) kein Licht von dort zur Erde reflektiert werden.
Der Durchmesser des Kernschattens der Erde ist in Erdnähe am größten. Er verjüngt sich mit zunehmender Entfernung und hat in Mondnähe (Entfernung von der Erde zwischen 356.410 und 406.740 km) etwa den 2,5-fachen Monddurchmesser. Der Kernschatten ist ca. 1,4 Mio. km lang und ragt wie ein spitz zulaufender Kegel ins Weltall.
Kernschattenfinsternis
Befindet sich der Mond zum Teil oder ganz im Kernschatten der Erde, spricht man von einer Kernschattenfinsternis. Sie manifestiert sich entweder als totale oder als partielle Mondfinsternis.
Totale Mondfinsternis
Hierbei durchquert der Mond mit seinem gesamten Durchmesser den Kernschatten der Erde. Von der Erde aus gesehen kommt es zu einer vollständigen Verfinsterung des Mondes.
„Roter Mond“
Auch während der maximalen Verfinsterung einer totalen Mondfinsternis bleibt der Mond in diffusem rötlich-bräunlichem Licht sichtbar. Dieses Phänomen entsteht, weil Licht, welches durch die Erdatmosphäre hindurch geht, bei deren Passage gebrochen und abgelenkt wird und somit trotz Mondfinsternis auf die Mondoberfläche trifft. Beim Durchgang durch die Erdatmosphäre werden zudem blaue und grüne Lichtanteile heraus gestreut. Übrig bleibt langwelliges rotes Licht, das die Mondoberfläche erreicht und von dort reflektiert wird. Der Effekt verstärkt sich, je länger der Weg des Lichtes durch die Atmosphäre ist. Er ist auch verantwortlich für die Rotfärbung der Sonne bei deren Auf– bzw. Untergang.
Partielle Mondfinsternis
Der Kernschatten der Erde wird vom Mond nur mit einem Teil seines Durchmessers passiert. Der andere Teil durchläuft lediglich den Halbschatten. Von der Erde aus gesehen wird der Mond nur zum Teil vom Erdschatten verdeckt.
Halbschatten und Halbschattenfinsternis
Als Halbschatten bezeichnet man denjenigen Teil des Erdschattens, innerhalb dessen die Sonne von der Erde nur zum Teil verdeckt wird.
Der Halbschatten – eine Erscheinung, zu der es nur bei großen, ausgedehnten Lichtquellen kommt — umgibt den Kernschatten ähnlich einem Ring, dessen Durchmesser etwa dem des Mondes entspricht.
- Beispiel:
- Befindet sich der Mond im Halbschatten der Erde, so wird die Sonne für einen auf dem Mond befindlichen Beobachter nur teilweise von der Erde bedeckt.
Eine Halbschattenfinsternis liegt dann vor, wenn der Mond entweder teilweise oder ganz den Halbschatten der Erde durchquert, dabei jedoch den Kernschatten nicht berührt. Hierbei ist der Mond von der Erde aus vollständig, jedoch abgedunkelt sichtbar, wobei die Verdunkelung in Richtung des Kernschattens der Erde stärker ist.
Häufigkeit
- Totale Mondfinsternisse = 29%
- Partielle Mondfinsternisse = 34%
- Halbschattenfinsternisse = 37%
In 10 Jahren kommt es zu durchschnittlich 13 sichtbaren, davon 4 totalen Mondfinsternissen.
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Category: Lexikon | Tags: Astronomie, Mond, Mondfinsternis Kommentare deaktiviert