Maya-Kalender
In der Vorweihnachtszeit des Jahres 2012 sollen nicht nur die Kerzlein am Adventskranz brennen, sondern die ganze Welt. Glaubt man Roland Emmerichs Film „2012″, geht am 21. Dezember 2012 die Welt unter. Der Filmemacher hat schon oft die Liquidierung der Menschheit zum Thema erhoben und dafür Wesen aus dem All, ein atomar verseuchtes Gruselmonster oder gar die Eiszeit bemüht. Für sein jüngstes Weltuntergangsszenario wählt er allerdings ein Datum, dem die hiesigen Apokalyptiker in seltener Einstimmigkeit entgegenfiebern. Für diesen Tag haben angeblich auch die Maya das Ende der Zivilisation vorhergesagt. Auch wenn der 2012-Mythos sich schon zu einem kleinen Industriezweig gemausert hat: Was besagt eigentlich der Maya-Kalender beziehungsweise wie ist Kalendersystem der Maya aufgebaut?
Unterscheidung von Kalendersystemen
Kalendersysteme ordnen sich nach astronomischen Grundlagen. Je nachdem an welchen Himmelskörpern sich die Kalender orientiren, heißen sie Lunarkalender, Solarkalender oder als Mischform Lunisolarkalender. Der Lunarkalender verläuft über einen möglichst langen Zeitraum hinwag synchron zu den Phasen des Mondes. Ein Kalenderjahr zählt 12 Monate, mit Monatslängen von 29 bis 30 Tagen. Damit umfasst ein kalendarisches Mondjahr, im Gegensatz zum Sonnenjahr, nur 354 Tage. Als Grundlage für die Zeiteinteilung des Solarkalenders dient der Lauf der Erde um die Sonne, wobei der Mond keine Berücksichtigung findet. Der Solarkalender korreliert mit den vier Jahreszeiten. Er war damit nützlich für die Landwirtschaft und setzte sich deswegen durch. Da ein Sonnenjahr 365,25 Tage lang ist, erfolgt im Solarkalender aller vier Jahre die Korrektur durch ein Schaltjahr. In fast allen Ländern der Erde wird heute der Gregorianische Kalender als gut geregelter Solarkalender genutzt.
Das Kalendersystem der Maya
Da jedes Kalendersystem seine Vor– und Nachteile hat, fassten die Maya drei Kalendersysteme zu ihrem Kalender zusammen. Er ist ein astronomischer und der am weitesten entwickelte Kalender mesoamerikanischen Ureinwohner.
Haab-Kalender
Sie verwendeten das Haab (Sonnenjahr) für weltliche und organisatorische Zwecke. Dieser Teil des Maya-Kalenders ähnelt dem heute gebrauchten Solarkalender, da er das Jahr in 365 Tage einteilt. Das Sonnenjahr der Maya gliedert sich allerdings in 18 Monate von 20 Tagen Länge. Um die entstandene Lücke von fünf Tagen aufzufüllen, wurden nicht näher bezeichnete Tage hinzugefügt.
Tzolkin-Kalender
Außerdem nutzte die einflussreiche Hochkultur den Tzolkin-Kalender, um alle nicht-zivilen Begebenheiten ihres Lebens abzudecken. Er wurde für rituelle und religiöse Begebenheiten verwendet oder auch um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Jeder Tag wird durch die Kombination einer Zahl und einer Schutzgottheit oder Tagesnamen bezeichnet. Insgesamt 13 Zahlen werden mit 20 Tagesbezeichnungen kombiniert. So entsteht ein Zyklus, der sich aller 260 Tage wiederholt. Wenn sich die Guatemalteken mit Wahrsagerei beschäftigen, benutzen sie übrigens noch heute diesen Kalender.
Lange Zählung
Interessant für die Prophezeiung im Jahr 2012 dürfte jedoch das dritte Kalendersystem der Maya sein. Die Lange Zählung ist eine endgültige Zählung oder Datumsangabe, die längere Zeiträume eindeutig beschreiben kann. Diesen Kalender benötigten die Maya für astronomische Berechnungen und Geschichtsaufzeichnungen. Die Zeit wird hier nicht in Tage, Wochen, Monate oder Jahre gegliedert, sondern hat einen konkreten Anfang und kann jeden einzelnen Tag, über 5000 Jahre lang, eindeutig angeben. Als Schreibweise für diese fortlaufende Tageszählung benutzten die Maya ein modifiziertes Zahlensystem, das die Zahl 20 als Basis verwendet. Der Beginn der Langen Zählung und damit der Maya-Schöpfung wird auf den den 11. oder 13. August 3114 v. Chr. gelegt. Diese Erkenntnis gilt als gesichert. Was jedoch am 21. bzw. 23. 2012 Dezember konkret passiert, weiß man nicht. Fakt ist nur, dass an diesem Tag die Zahlenkombination des Schöpfungstages zum ersten Mal wieder auftritt. Aber ob die Welt dann untergeht oder in einen neuen Zustand versetzt wird, wird man wohl erst am 22. oder 24. Dezember 2012 genau wissen.
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Category: Lexikon | Tags: Archäologie, Geschichte, Kalendersysteme, Maya, Wissenschaft Kommentare deaktiviert