LSD
Einleitung
LSD (Lysergsäurediethylamid) ist die Abkürzung für das chemische Derivat der Lysgersäure und ist eines der bekanntesten Halluzinogene weltweit. Schon in allerkleinsten Dosierungen führt es zu weitgreifenden Wahnvorstellungen und wird somit laut Betäubungsmittelgesetz als nicht verkehrsfähig eingestuft.
Geschichte
Im November des Jahres 1938 experimentierte Albert Hofmann im Rahmen seiner Forschung über das Mutterkorn, das in den Ähren von Roggen und diversen anderen Getreideformen auftritt und stellte in diesem Zusammenhang erstmalig Lysergsäurediethylamid her. Ursprünglich plante Hofmann die Herstellung eine Kreislaufstimulans, doch trat die erhoffte Wirkung bei Tierversuchen nicht ein und somit stellte er die Forschungen ein.
Einige Jahre später, 1943, überprüfte er jedoch abermals die rückliegenden Ergebnisse und konsumierte den Wirkstoff LSD selbst, um im Folgenden die halluzinogenen Auswirkungen am eigenen Leibe zu erfahren und entdeckte somit die psychoaktiven Eigenschaften des LSD.
Diese Erkenntnisse nutzte der Pharmakonzern Sandoz und vertrieb das Mittel unter dem Handelsnamen Delysid zum Zwecke der psychiatrischen Behandlung und diversen Forschungszwecken.
1970 wurde LSD jedoch endgültig als nicht verkehrsfähig eingestuft und somit jeglicher Einsatz in der Therapie oder der Forschung gänzlich verboten.
LSD als Waffe im Kalten Krieg
In den 1950er Jahren wurden die Wirkungen der halluzinogenen Droge auch im Kalten Krieg eingesetzt, um es Gefangenen als eine Art Wahrheitsserum zu verabreichen. In einer Vielzahl von Experimenten versuchte das CIA die Auswirkungen an Testpersonen zu überprüfen, wobei es jedoch nicht nur zu langanhaltenden Bewusstseinsstörungen, sondern auch zu ungezählten Todesfällen kam. Als dieses Forschungsprogramm aufgedeckt wurde, kam es zu vielen parlamentarischen Untersuchungen und Gerichtsverfahren und die Versuche wurden gänzlich eingestellt.
LSD als Partydroge
1960 rief Timothy Leary zum Konsum von LSD zur Bewusstseinserweiterung auf, erntete jedoch Unmengen an Kritik und nur sechs Jahre später wurde die Droge in den USA verboten (Deutschland – 1971), wenn der Wirkstoff auch nie eine vergleichbare Masse von Konsumenten wie Heroin und Kokain verbuchte.
Nachdem es eine lange Zeit ruhig um den Wirkstoff Lysergsäurediethylamid geworden war, wurde er in der 1980er Jahren wieder zunehmend populär und tauchte erstmals als Partydroge auf. Wenn der Konsum auch im letzten Konsum laut Angaben der Drogenbeauftragen zurückging, ist seit 2008 wieder eine erhöhte Nachfrage zu verzeichnen.
Die Wirkung von LSD
Der halluzinogene Stoff wirkt teils zeitversetzt, so sind Messungen zwischen wenigen Minuten und drei Stunden an Testpersonen gemessen worden und auch die Wirkungsdauer schwankt zwischen fünf und zwölf Stunden. Diese Abweichungen sind auf die individuellen Eigenschaften des Konsumenten zurückzuführen und Kriterien wie Gewicht, Größe und Dynamik des jeweiligen Menschen spielen eine entscheidende Rolle.
Körperlich ist vor allem eine Beschleunigung der Pulsfrequenz, Erweiterung der Pupillen, Erhöhung des Blutdrucks und das Verschwimmen von Seheindrücken zu verzeichnen. Weiterhin wirkt sich der Konsum auf die peripheren Arterien aus, was zur Folge hat, dass die äußeren Gliedmaßen (Füße, Hände) kalt werden. In seltenen Fällen kann es zum Erschlaffen jeglicher Körpermuskulatur führen, aber auch Krämpfe und Zuckungen sind häufige Begleiterscheinungen.
Psychologisch erweitert LSD das Wahrnehmungsfeld des Konsumenten und lässt ihn seine Umgebung detaillierter wahrnehmen, wobei auch die Gefüge von Zeit und Raum als intensiver empfunden werden. Dieses Mehrerleben ist häufig der Anreiz für das Konsumieren der halluzinogenen Wirkstoffs, wenn die Auswirkungen auch viele Ähnlichkeiten zur Schizophrenie, einer starken psychischen Störung, aufweisen.
Dennoch wird LSD als nicht-abhängigkeitserzeugende Substanz geführt, da kein Suchtverhalten auftritt und so ist gar eine freiwillige Verminderung des Gebrauchs der Droge bei den Konsumenten nachweisbar.
Konsumformen und Dosierungen
Die übliche Dosierung liegt bei sehr geringen Mengen, die sich im Bereich von 50 bis 100 Mikrogramm bewegen, wobei die Auswirkung stark vom jeweiligen Konsumenten abhängig ist und somit nicht von der Menge auf die Erlebnisse zu schließen ist.
Üblicherweise wird die Droge auf kleine Papierstücke aufgetragen, sogenannte Pappen, Trips oder Tickets, die dann oral aufgenommen werden. Dennoch gibt es unzählige andere Formen der Verabreichung, beispielweise als Wasserlösung, als Zugabe zu Würfelzucker oder als Kapsel– und Tablettenform. Dennoch sind die Preise pro Einheit gleichbleibend, so gibt die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht einen Wert zwischen 5 € und 11 € an.
Rechtslage
In Deutschland ist der Konsum und der Besitz von LSD nach 4. BtMGlV vom 21. Februar 1967, in Kraft getreten am 25. Februar 1967, verboten und der Wirkstoff den betäubungsmittelrechtlichen Grundsätzen des Opiumgesetzes, das 1929 in Kraft trat, unterstellt.
loading…
loading…
Popularity: 13%
Category: Lexikon | Tags: Chemie, Drogen, Gesundheit, LSD, Medizin Kommentare deaktiviert