Kunstkäse

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Kunst­käse – eine Erfin­dung der Industrie

Bereits seit Län­ge­rem wird in Deutsch­land über das Thema „Lebens­mit­teli­mi­tate“ dis­ku­tiert. Deren Ein­satz bei der Her­stel­lung von Fer­tig­ge­rich­ten und in der Gas­tro­no­mie wird vor allem vom Ver­brau­cher­schutz kri­tisch betrach­tet. Es meh­ren sich Medi­en­be­richte von Schin­ken mit einem gerin­gen Fleisch­an­teil und von Vanil­le­eis, in dem weder echte Vanille, noch Milch­fett zu fin­den ist. Der Ver­brau­cher wird geschickt durch den Zusatz von künst­li­chen Stof­fen getäuscht und ist sich nicht dar­über im Kla­ren, dass er zum Bei­spiel soeben kein Milch­spei­se­eis geges­sen hat. Zwar sind die Her­stel­ler seit kur­zem dazu ver­pflich­tet, die Ver­wen­dung von Lebens­mit­teli­mi­ta­ten auf der Ver­pa­ckung anzu­ge­ben, doch wäh­len sie gerne Umschrei­bun­gen, die den Ver­brau­cher in die Irre füh­ren, wenn er sich nicht genau mit den ein­zel­nen Zusatz­stof­fen aus­kennt. Zu Recht for­dert also der Ver­brau­cher­schutz mehr Trans­pa­renz auf dem Lebens­mit­tel­markt. Eben­falls in den Focus gerückt ist der so genannte Ana­log­käse.

Seit Neu­es­tem fin­det sich in den Super­märk­ten immer häu­fi­ger Ana­log­käse, vor allem in den Fer­tig­ge­rich­ten, auf die gerne zurück­ge­grif­fen wird. Und auch in der Gas­tro­no­mie, für Lasa­gne und Pizza bei­spiels­weise, und bei Back­wa­ren, zum Bei­spiel zum Über­ba­cken von Bröt­chen und Crois­sants, wird er ver­wen­det. Ana­log­käse ist ein künst­lich her­ge­stell­ter Käse, der mit ursprüng­li­chem Käse nicht mehr viel oder gar nichts gemein­sam hat. Oft­mals wird er mit ech­tem Käse ver­mischt, so dass auf der Ver­pa­ckung in der Zuta­ten­liste das Wort „Käse“ auf­tau­chen kann, meist mit einer Pro­zent­an­gabe, die der Ver­brau­cher leicht übersieht.

Camem­bert und Emmentaler

Der Ana­log­käse wurde in den USA ent­wi­ckelt und bei der Her­stel­lung wird kein Milch­fett ver­wen­det, son­dern durch Pflan­zen­fette ersetzt. In man­chen Ana­log­kä­sen wird zwar noch das Milch­ei­weiß ver­wen­det, doch auch da weicht man inzwi­schen auf zum Bei­spiel Soja­ei­weiß oder das Eiweiß von Bak­te­rien aus. Grund­sätz­lich wird der Kunst­käse aus Was­ser, Pflan­zen­fett, Eiweiß und Stärke her­ge­stellt. Künst­li­che Zusatz­stoffe, wie Aro­men, Farb­stoffe und Geschmacks­ver­stär­ker, sor­gen für die opti­sche und geschmack­li­che Täu­schung. Denn Kunst­käse soll alle gän­gi­gen Käse­sor­ten erset­zen kön­nen, vom Camem­bert bis zum Emmen­ta­ler, denn selbst geübte Zun­gen sol­len angeb­lich den Unter­schied zwi­schen rich­ti­gem Käse und Kunst­käse nicht her­aus­schme­cken können.

Es besteht kein gesund­heit­li­ches Risiko beim Ver­zehr die­ses künst­lich von der Indus­trie her­ge­stell­ten Käses. Für Ver­brau­cher kann er sogar nütz­lich sein, zum Bei­spiel im Falle einer Laktose-Intoleranz kann ohne Beden­ken Kunst­käse ver­zehrt wer­den und für Vega­ner, Men­schen die keine tie­ri­schen Pro­dukte zu sich neh­men, eig­net sich der Kunst­käse, bei dem bei der Her­stel­lung auf den Zusatz von Milch­ei­weiß ver­zich­tet und auf Soja­ei­weiß zurück­ge­grif­fen wird. In die­sem Fall sollte man aber dar­auf ach­ten, dass keine All­er­gie gegen Soja­pro­dukte vorliegt.

Kos­ten­güns­tige Produktion

Der Grund für den Ein­satz der Lebens­mit­teli­mi­tate ist ganz klar die Wirt­schaft­lich­keit für den Pro­du­zen­ten. Die Her­stel­lung von ech­tem Käse ist an die Ein­hal­tung von bestimm­ten Pro­zess­zei­ten, wie zum Bei­spiel die Rei­fe­zeit, gebun­den. Die Pro­duk­tion von Kunst­käse jedoch dau­ert nur einen Bruch­teil die­ser Zeit! Eine bereits fer­tige Tro­cken­mi­schung wird in erwärm­tes Pflan­zen­fett und Was­ser ein­ge­rührt und erhitzt. Dann kom­men die Aro­ma­stoffe und ande­ren Zusätze dazu, die die Masse in die gewünschte Käse­form ver­wan­deln. In For­men gefüllt und gekühlt hat man nach etwa 20 Minu­ten einen fer­ti­gen Kunst­käse. Aber nicht nur der Zeit­as­pekt spielt bei den Kos­ten eine Rolle. Das ver­wen­dete Pflan­zen­fett ist um ein viel­fa­ches güns­ti­ger als das Milch­fett und somit kann man bei der Her­stel­lung von Kunst­käse im Ver­gleich zum ech­ten Käse zwi­schen 30 und 40 Pro­zent der Kos­ten einsparen.

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