Konklave

Das Com­pu­ter Board Forum

Das Kon­klave ist das älteste Wahl­ver­fah­ren der Welt. Als Kon­klave wird die Zusam­men­kunft der wahl­be­rech­tig­ten Kar­di­näle zur Papst­wahl bezeich­net. Nach den apos­to­li­schen Fest­le­gun­gen ist eine Papst­wahl immer dann not­wen­dig, wenn der Stuhl des Paps­tes durch sei­nen Tod oder durch Amts­ver­zicht frei wird. Auch der geschlos­sene Raum, in dem die Wahl unter stren­gem Aus­schluss der Außen­welt statt­fin­det, wird Kon­klave genannt.

All­ge­meine Vorschriften

Das Kon­klave fin­det 15 bis 20 Tage nach dem Frei­wer­den des Papst­stuhls statt. Die Stimm­ab­gabe erfolgt immer geheim. Zur Wahl des Paps­tes ist eine Zwei­drit­tel­mehr­heit erfor­der­lich. Sollte diese nach 33 Wahl­gän­gen nicht zustande kom­men, ent­schei­det die ein­fa­che Mehr­heit. Zur Zusam­men­set­zung der Kar­di­nals­ver­samm­lung, die zur Wahl des Paps­tes berech­tigt ist und zum Ablauf der Wahl gibt es genaue Fest­le­gun­gen. Die Zahl der wäh­len­den Kar­di­näle soll nicht höher als 120 sein. Das Wahl­recht besteht nur für Kar­di­näle der Hei­li­gen Römi­schen Kir­che. Kar­di­näle, die das 80. Lebens­jahr voll­en­det haben, dür­fen sich nicht mehr an der Wahl betei­li­gen. Auch wenn das Able­ben des Paps­tes wäh­rend einer Welt-Bischofs-Synode oder eines Ökume­ni­schen Kon­zils statt­fin­det, darf kei­nes der bei­den Gre­mien den neuen Papst ernen­nen, son­dern er muss von den wahl­be­rech­tig­ten Kar­di­nä­len des Kon­kla­ves gewählt wer­den. Die neu­es­ten Modi­fi­zie­run­gen und Bestä­ti­gun­gen erfuhr das Kon­klave durch die Apos­to­li­sche Kon­sti­tu­tion des Paps­tes Johan­nes Paul II. 1996.

Der Wahl­ort

Ursprüng­lich war das Qui­ri­nal der tra­di­tio­nelle Ort der Papst­wahl. Der ehe­ma­lige Papst­pa­last auf einem der sie­ben Hügel Roms ist heute Sitz der ita­lie­ni­schen Regie­rung. Seit 1870 fin­det das Kon­klave in der Six­ti­ni­schen Kapelle des Vati­kans statt. Die­ser Ort wurde von Papst Johan­nes Paul II. noch­mals bestä­tigt. Wäh­rend der Dauer des Kon­kla­ves wer­den die Kar­di­näle im Domus Sanc­tae Mart­hae beher­bergt. In die­sem moder­ni­sier­ten Gäs­te­haus neben der Peters­ba­si­lika und hin­ter der Audi­enz­halle woh­nen auch ver­schie­dene Hel­fer. Dazu gehö­ren das Pfle­ge­per­so­nal für erkrankte und gebrech­li­che Kar­di­näle, die Beicht­vä­ter, der päpst­li­che Zere­mo­ni­en­meis­ter und zwei Ärzte. Wäh­rend des Kon­klave ist den Kar­di­nä­len kein Kon­takt zur Außen­welt erlaubt. Sie dür­fen weder Tele­fon, noch Fern­se­hen oder Radio benut­zen. Das Foto­gra­fie­ren des Leich­nams des ver­stor­be­nen Paps­tes ist unter­sagt. Ehe die Wahl beginnt, wer­den das Gäs­te­haus Sanc­tae Mart­hae und die Six­ti­ni­sche Kapelle her­me­tisch abge­rie­gelt. Alle die nicht zur Kon­klave gehö­ren, müs­sen diese Orte verlassen.

Der Ablauf der Papstwahl

Vor der Wahl legen die Kar­di­näle den Eid ab, alle Wahl­vor­schrif­ten ein­zu­hal­ten, Still­schwei­gen über die Vor­gänge im Kon­klave zu wah­ren und keine poli­ti­schen Inter­es­sen zu berück­sich­ti­gen. Um der Wahl den Cha­rak­ter von Exer­zi­tien zu ver­lei­hen, wird nach drei Tagen erfolg­lo­ser Stimm­ab­gabe ein Tag der geis­ti­gen Ein­kehr zele­briert. Dann dür­fen sich wei­tere sie­ben Wahl­gänge anschlie­ßen. In der Regel fol­gen immer zwei Vor­mit­tags­wah­len auf zwei Nach­mit­tags­wah­len. Wurde nach sie­ben wei­te­ren Tagen noch keine Zwei­drit­tel­mehr­heit erreicht, kann ein wei­te­rer Ruhe­tag ein­ge­legt wer­den, dem ein drit­ter Durch­gang von Wahl­gän­gen folgt. Danach ist es den Kar­di­nä­len erlaubt, die Wahl mit ein­fa­cher Mehr­heit oder einer Stich­wahl zu ent­schei­den. Um die Geheim­hal­tung der Wahl zu gewähr­leis­ten wer­den die Stimm­zet­tel nach jedem Wahl­gang ver­brannt. Der Rauch wird mit beson­de­ren Che­mi­ka­lien gefärbt. Nach einem erfolg­lo­sen Wahl­gang ist er schwarz. Steigt von den ver­brann­ten Wahl­zet­teln wei­ßer Rauch durch den Schorn­stein auf, bedeu­tet das, dass der neue Papst gewählt wurde. Ist das Kon­klave been­det, erfolgt der Aus­ruf “Habe­mus Papam” (Wir haben einen Papst). Nach­dem diese Nach­richt durch den Kar­di­nal­pro­to­dia­kon auf der Bene­dik­ti­ons­log­gia des Peters­doms ver­kün­det wurde, bricht unter den war­ten­den Gläu­bi­gen auf dem Peters­platz Jubel aus. Anschlie­ßend erteilt der neue Papst der Menge den Segen Urbi et Orbi.

GD Star Rating
loading…
GD Star Rating
loading…

Popu­la­rity: 3%

Sag’s dei­nen Freun­den:
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • LinkedIn
  • Live
  • MisterWong.DE
  • MySpace
  • Netvibes
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yahoo! Buzz
  • Yigg

Category: Lexikon | Tags: , , , , Kommentare deaktiviert

Comments are closed.

Back to top