Der Kölner Dom ist DAS Wahrzeichen der Stadt Köln und gehört bei Europareisenden aus Fernost und den Staaten neben dem Hofbräuhaus und Schloss Neuschwanstein zu den Sehenswürdigkeiten, die man einfach gesehen haben muss. Trotzdem ist der Dom viel mehr als das – er ist mit seiner jahrhundertealten Geschichte Begleiter gläubiger Menschen aus ganz Deutschland.
Versammlungsort der ersten Christen
Schon bevor der Dom an seinem heutigen Standort erbaut wurde, galt der Platz als Versammlungsort der ersten Christen Kölns. Nahe der Stadtmauer entstanden hier immer wieder die unterschiedlichsten Kirchbauten. Überliefert ist als erster auch von seinen Ausmaßen und dem Baustil der im Jahr 870 vollendete karolingische Dom, der an beiden Langhausenden je ein Querhaus und einen Chor besaß. Der östliche Altar war der Jungfrau Maria geweiht und der westliche dem Apostel Petrus zugesprochen. Erzbischof Bruno ließ dem Langhaus im Norden und Süden Seitenschiffe hinzufügen. Bis ins 13. Jahrhundert hatte dieser Dombau Bestand und wurde nur noch geringfügig verändert.
Pilgerstätte für die Könige
Als Rainald von Dassel die Reliquien der Heiligen Drei Könige 1164 ins Kölnische brachte, mauserte sich der Dom zu einer der bedeutendsten Wallfahrtskirchen Europas. Dies machte eine andere architektonische Form notwendig und man beschloss, den alten Dom nach und nach abzutragen, bevor im Jahr 1248 bei dem Versuch eines Brandabruches großer Schaden entstand. Die Westteile wurden danach wiederhergestellt, damit die Gläubigen in den Provisorien Messen feiern konnten. Der Grundstein des heutigen Domgebäudes wurde gelegt.
Türme wachsen in den Himmel
Viele Jahrzehnte später wurde im Jahr 1322 der gotische Chor eingeweiht, über dem sich ein hohes Gewölbe spannte und dessen Mauern von einem Wald aus Strebpfeilern – und bögen umschlossen waren. Das Gero-Kreuz und der Königsschrein fanden ihren Platz im Kirchenraum und bedeutende Erzbischöfe wie zum Beispiel Philipp v. Heinsberg und Heilige wie Irmgardis fanden ihre letzte Ruhestätte in den Chorkapellen.
Weiter ging es mit den Seitenschiffen des Langhauses und den zwei Stockwerken des Südturms. Bis zum Jahr 1530 wurde ununterbrochen am Dom gebaut aber nun zwang der Geldmangel dazu, die Bauarbeiten einzustellen. Das Mittelschiff erhielt ein Notdach und der Bau blieb somit unvollendet. Trotzdem wurde im Innern der Kirche in folgenden Jahrhunderten die reiche Ausstattung vervollständigt.
Zeiten der Revolution
Im Jahr des Einzugs der Revolutionstruppen 1794 flohen Erzbischof und Domkapitel vor den erobernden Massen und der Kölner Dom beherbergte viele Jahre Lagergüter der Besatzer. Endlich konnte er im Jahr 1801 aber wieder seinem Zweck zugeführt und erneut als Gotteshaus geweiht werden. Während seiner Profanierungszeit schien der Dom den Menschen besonders ans Herz gewachsen zu sein und unter dem Zusammenwirken vieler Kräfte konnte im Jahr 1842 mit dem Weiterbau des Doms begonnen werden.
Dom bedeutet den Kölnern viel
Viele Bürger der Stadt Köln engagierten sich in einem Dombau-Verein und brachten etwa die Hälfte des benötigten Geldes auf, während die preußische Staatskasse die andere Hälfte finanzierte. Zwar blieb die Gestaltung den mittelalterlichen Plänen nahe, aber nun bediente man sich moderner Bauhilfsmittel.
Schon 1864 wurden die Obergadenzone von Langhaus und Querschiff sowie die Querhausfassaden fertig gestellt und der Dachstuhl aus Holz wurde nun endlich durch eine Dachkonstruktion aus Eisen ersetzt, die den Gesamtbau überspannte. Im Jahr 1880 wurden auch die beiden Türme vollendet.
Kriegsschäden
Zu Zeiten des 2. Weltkrieges trafen den Dom 14 Fliegerbomben, die ihre Schäden hinterließen, aber der Bau überstand auch diese Angriffe. In den kommenden Jahrzehnten mussten die Wunden der Bombenangriffe beseitigt werden, von denen einige bis heute bestehen. In der Nachkriegszeit entstand der moderne Vierungsturm, gestaltet vom Bildhauer Erlefried Hoppe zusammen mit Dombaumeister Willy Weyres.
Umweltbelastungen machen den Kölner Dom zu einer ewigen Baustelle, aber noch heute ist den Kölnern der Dom so wichtig, dass um seine Zukunft niemand Angst haben muss.
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