James Bond

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Die Wör­ter „bekann­tes­ter Geheim­agent“ dürf­ten so eigent­lich nie neben­ein­an­der ste­hen, schließ­lich gehört es zum Berufs­bild eines Geheim­agen­ten, uner­kannt zu blei­ben. Einer, der die­ses Kunst­stück den­noch voll­bracht hat, ist die fik­tive Roman– und spä­ter auch Film­fi­gur James Bond. Ebenso bekannt dürfte er unter sei­nem Deck­na­men sein: 007.

Die Ursprünge

Der Erfin­der des Man­nes im Geheim­dienst ihrer Majes­tät ist der eng­li­sche Schrift­stel­ler Ian Fle­ming. Wäh­rend der Zeit des Zwei­ten Welt­kriegs war Fle­ming selbst Mit­glied des bri­ti­schen Geheim­diens­tes und ent­wi­ckelte so, sozu­sa­gen neben­bei, die zukünf­tige Figur des James Bond. Dabei basier­ten gewisse Cha­rak­ter­züge und Eigen­ar­ten auf einem sei­ner Kol­le­gen — beim Geheim­dienst, nicht als Schrift­stel­ler — Patrick Dalzel-Job. Der Name des Agen­ten hin­ge­gen wurde von einem Orni­tho­lo­gen ent­nom­men, der bis zu sei­nem Tode im Jahr 1989 einen der wahr­schein­lich berühm­tes­ten Namen der Welt trug.

Erste Ver­öf­fent­li­chun­gen

Den ers­ten Roman, der sich der Figur James Bond annahm, war der 1953 ver­öf­fent­lichte „Casino Royale“. In Ein-Jahres-Abständen ver­öf­fent­lichte Fle­ming wei­tere Klas­si­ker wie „Leben und ster­ben las­sen“, „Moon­ra­ker“, „Dia­man­ten­fie­ber“ und „Lie­bes­grüße aus Mos­kau“. Bis zu Fle­mings Able­ben im Jahr 1964 hielt er an die­sem straf­fen Rhyth­mus fest und brachte mit „Man lebt nur zwei­mal“ das zu sei­nen Leb­zei­ten letzte Aben­teuer des James Bond her­aus. Im Anschluss an sei­nen Tod folg­ten post­hum wei­tere Ver­öf­fent­li­chun­gen, ehe sich andere Schrift­stel­ler an der Mytho­lo­gie des 007 ver­such­ten. Waren diese Nach­fol­ge­werke nicht zwin­gend von schlech­te­rer Qua­li­tät, erreich­ten sie den­noch nie die fast schon legen­däre Bekannt­heit der Fleming-Bücher.
Ab 1989 ent­stan­den die dazu­ge­hö­ri­gen Filme außer­dem nicht mehr nach lite­ra­ri­schem Vor­bild – mit Aus­nahme von „Casino Royale“ im Jahr 2006 – son­dern umge­kehrt: Den Fil­men folg­ten die Romane.

Der Vater des Agentengenres

Viel­leicht wäre es etwas über­trie­ben, James Bond im Allein­gang die Erfin­dung eines gan­zen Film­gen­res zuzu­schrei­ben; den­noch hat so nach­hal­tig keine andere Film­fi­gur das Thriller-Subgenre des Agenten-Thrillers geprägt. Beson­ders die frü­hen Anläufe waren unter­ein­an­der im Kern nicht unbe­dingt ver­schie­den: So ging es häu­fig um rea­li­täts­ferne Super­schur­ken, die mit­hilfe von eben­sol­chen fan­tas­ti­schen Super­waf­fen nicht sel­ten die Herr­schaft über die ganze Welt an sich rei­ßen woll­ten. Da es sich bei James Bond jedoch um eine rein fik­tive Figur han­delt, in deren Welt es nicht immer 100%ig rea­lis­tisch vor­ge­hen muss, war ein Man­gel an Rea­li­tät und Authen­ti­zi­tät fast nie Bestand­teil der Kri­ti­ken an sei­nen Filmen.

Das Kind im Manne

Ebenso wie zu sei­nen Wider­sa­chern gehö­ren näm­lich auch zu James Bond einige tech­ni­schen Spie­le­reien, die so nie exis­tie­ren könn­ten. Rake­ten­wer­fer im Auto, Laser­schnei­de­ge­räte in der Arm­band­uhr und explo­die­rende Kugel­schrei­ber sind aus heu­ti­ger Sicht ebenso absurde wie unter­halt­same Spiel­zeuge, ohne die die 007-Reihe nicht das wäre, was sie heute ist.
Wie es sich für einen unfehl­ba­ren Supera­gen­ten gehört, fällt James Bond selbst­ver­ständ­lich auch die Frau­en­welt zu Füßen. Mitt­ler­weile hat sich die weib­li­che Haupt– oder Neben­rolle des „Bond Girl“ als fes­ter Bestand­teil in den Fil­men inte­griert; und wo schöne Frauen sind, darf natür­lich auch der letzte wich­tige Teil des per­fek­ten Män­ner­uni­ver­sums nicht feh­len: Schnelle Autos. Seine größte Zunei­gung gilt dabei den Eng­län­dern von Aston Mar­tin, deren Autos bereits in meh­re­ren Fil­men gefah­ren und gesprengt wurden.

Popu­lä­rer als die Queen

Man könnte noch sehr viel mehr über MI6-Agent James Bond schrei­ben, jedoch läuft es letzt­end­lich dar­auf hin­aus, dass es der­ma­ßen viele in die moderne Pop­kul­tur ein­ge­brannte Ideen und Zitate gibt, dass man damit ganze Bücher fül­len könnte. Von der tra­di­ti­ons­rei­chen Eröff­nungs­se­quenz durch den Lauf einer Pis­tole, über die schon immer äußerst ein­falls­reich gedreh­ten Titel­se­quen­zen, bis hin zu mar­ki­gen Sprü­chen wie „Geschüt­telt, nicht gerührt“ bei der Order sei­nes Mar­ti­nis und der unver­kenn­ba­ren Titel­me­lo­die ist fast jeder James Bond Film ein Sam­mel­su­rium all des­sen, was den Agen­ten­film in den letz­ten 50 Jah­ren so popu­lär gemacht hat.

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