Goethe, Johann Wolfgang von

24. Januar 2010

Sta­tio­nen sei­nes Lebens

Der 1749 gebo­rene Johann Wolf­gang von Goe­the ver­brachte seine Kin­der­jahre in Frank­furt am Main, sei­ner Geburts­stadt. Da in sei­nem Eltern­haus viel gele­sen und vor­ge­le­sen wurde, kam er schon früh in Berüh­rung mit Büchern.
1765 begann er ein Jura­stu­dium in Leip­zig, fühlte sich aber mehr zu den Poe­ten hin­ge­zo­gen und besuchte daher deren Vor­le­sun­gen. Eine Krank­heit zwang den jun­gen Goe­the drei Jahre spä­ter zur Rück­kehr nach Frank­furt. 1770 setzte er sein Stu­dium in Straß­burg fort und been­dete es mit der Lehr­ge­neh­mi­gung. Seine Dis­ser­ta­tion wurde nicht ange­nom­men, so dass er den Dok­tor­grad nicht erreichte.
1775 folgte er einer Ein­la­dung des jun­gen Her­zogs Carl–August nach Wei­mar. In die erste Wei­ma­rer Zeit fällt auch Goe­thes Bezie­hung zu Char­lotte von Stein, die ihn nach­hal­tig prägte. 1786 reiste Goe­the heim­lich nach Ita­lien ab, da ihn weder seine poli­ti­sche Tätig­keit noch sein Ver­hält­nis mit Frau von Stein wirk­lich aus­fül­len konn­ten. Er reiste unter dem Pseud­onym Wert­her und gelangte am Ende sei­ner Ita­li­en­reise zu dem Schluss, sich künf­tig nur mit Din­gen zu beschäf­ti­gen, die ihn auch wirk­lich inter­es­sier­ten. In den nach­fol­gen­den Jah­ren über­nahm er wis­sen­schaft­li­che und kul­tu­relle Auf­ga­ben, unter ande­rem die Lei­tung des Wei­ma­rer Hof­thea­ters sowie die Auf­sicht über die Uni­ver­si­tät Jena. Hier schließ­lich traf er erneut mit Schil­ler zusam­men und aus ihren Dis­pu­ten ent­wi­ckel­ten sie eine gänz­lich neue Lite­ra­tur– und Kunst­auf­fas­sung, die Wei­ma­rer Klas­sik. Zwi­schen den bei­den Dich­tern ent­stand eine enge Freund­schaft und lite­ra­ri­sche Zusam­men­ar­beit, die soweit ging, dass sich beide in ihren Wer­ken beein­fluss­ten.
Nach dem Tod Schil­lers begann Goe­the seine Bio­gra­phie zu schrei­ben, beschäf­tigte sich mit ver­schie­de­nen lite­ra­ri­schen Rich­tun­gen und unter­nahm ver­schie­dene Rei­sen.
Er starb 1832 ver­mut­lich an einem Herz­in­farkt. „Mehr Licht!“, sol­len seine angeb­lich letz­ten Worte gewe­sen sein.

Der Dich­ter

Goe­the hin­ter­lässt eine Viel­zahl von Wer­ken. 1771 stieß er mit sei­nem „Götz von Ber­li­chin­gen“ alle bis­her über­lie­fer­ten Regeln der Dra­ma­tik über den Hau­fen und ern­tete Begeis­te­rung. Die­ses Werk gilt heute als Grün­der­do­ku­ment der lite­ra­ri­schen Epo­che Sturm und Drang. 1774 ver­ar­bei­tete er in „Die Lei­den des jun­gen Wert­her“ seine unglück­li­che Liebe zu der Ver­lob­ten sei­nes Freun­des. Das Werk machte ihn bin­nen kur­zer Zeit in ganz Europa berühmt.
Goe­the schrieb unzäh­lige Gedichte, er ver­fasste Thea­ter­stü­cke, schrieb wis­sen­schaft­li­che Abhand­lun­gen. Sein größ­tes und bedeu­tends­tes Werk aller­dings schuf Goe­the jedoch mit „Faust“, an dem er ins­ge­samt nicht weni­ger als 36 Jahre arbeitete.

Der Poli­ti­ker

Wäh­rend sei­nes ers­ten Wei­mar­auf­ent­hal­tes trat Goe­the 1776 in den Dienst des Her­zogs Carl-August von Sachsen-Weimar-Eisenach. Er über­nahm unter ande­rem die Lei­tung der Berg­werks­kom­mis­sion, spä­ter der Kriegs– und Wege­bau­kom­mis­sion sowie 1782 das Finanz­mi­nis­te­rium. Seine Ziele, die öffent­li­chen Aus­ga­ben wei­test­ge­hend ein­zu­schrän­ken und gleich­zei­tig die Wirt­schaft zu stär­ken, konnte er nur teil­weise errei­chen. Er erhielt den Titel Geheim­rat und wurde 1782 geadelt. Durch seine Ita­li­en­reise ent­zog er sich schließ­lich sei­nen admi­nis­tra­ti­ven Pflich­ten und gab sie nach sei­ner Rück­kehr nach und nach ab.

Der Natur­wis­sen­schaft­ler

Goe­the begann etwa um 1780 sich mehr und mehr den Natur­wis­sen­schaf­ten zuzu­wen­den und betrieb sys­te­ma­ti­sche Stu­dien. Er ver­trat eine ganz­heit­li­che Auf­fas­sung von der Natur und sah sie in einer stän­di­gen Ent­wick­lung.
All­ge­mein wird ihm zuge­schrie­ben, die Exis­tenz des Zwi­schen­kie­fer­kno­chens bei den Men­schen nach­ge­wie­sen zu haben, die als Beweis der Abstam­mung des Men­schen aus dem Tier­reich galt. Goe­the selbst hielt seine Far­ben­lehre für sein wich­tigs­tes Werk, stellte sich mit ihr aber gegen die Auf­fas­sung, dass wei­ßes Licht aus unter­schied­li­chen Spek­tral­far­ben besteht.
Goe­the befasste sich außer­dem unter ande­rem mit Geo­lo­gie, Mine­ra­lo­gie, Bota­nik und Che­mie und favo­ri­sierte und unter­stütze an der Jenaer Uni­ver­si­tät vor allem die Naturwissenschaften.

GD Star Rating
loading…
Goe­the, Johann Wolf­gang von, 5.5 out of 10 based on 2 ratings

Popu­la­rity: 7%

Besu­cher, die diese Seite fan­den, such­ten auch nach:

  • wolf­gang von goehte lexikon
  • johann wolf­gang von goe­the lexikoneintrag
  • goe­the aus dem lexikon
  • johann wolf­gang von goethe

Ähnli­che Artikel:

  1. Schil­ler, Johann Chris­toph Fried­rich von

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag: