Goebbels, Paul Joseph

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Kaum ein ande­rer Poli­ti­ker aus der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus erlangte neben Adolf Hit­ler ver­gleichs­weise ähnli­che Bekannt­heit wie Joseph Goeb­bels.
Goeb­bels wurde am 29. Okto­ber 1897 in Rhe­ydt als Paul Joseph Goeb­bels gebo­ren und starb am 1. Mai 1945, am Tag des offi­zi­el­len Endes des Zwei­ten Welt­krie­ges, in Ber­lin.

Her­kunft und Kindheit

Joseph Goeb­bels stammte aus ein­fa­chen Ver­hält­nis­sen. Goeb­bels litt seit sei­ner Kind­heit unter einer Miss­bil­dung eines Fußes. Mit die­ser Tat­sa­che recht­fer­tigte er in sei­nen Tage­bü­chern, die er über einen Zeit­raum von 20 Jah­ren ange­fer­tigt hatte, einen gewis­sen Kom­pen­sa­ti­ons­druck sowie Hel­den­glau­ben. Die­ser half ihm über die Tat­sa­che hin­weg, dass er sich selbst kör­per­lich als unzu­rei­chend emp­fand. Die geringe Kör­per­größe von nur 1,65 Meter brachte ihm im Erwach­se­nen­al­ter den Ruf als „Schrumpf­ger­mane“ im Aus­land ein.

Leben und Handeln

Einen trau­ri­gen Höhe­punkt des poli­ti­schen Wir­kens von Goeb­bels stellte zwei­fel­los die Reichs­po­grom­nacht dar, die von ihm orga­ni­siert wurde. Zudem war er ent­schei­dend an der Ver­ei­te­lung des welt­be­kann­ten Atten­tats auf Adolf Hit­ler vom 20. Juli 1944 betei­ligt. Bis kurz vor Ende des Zwei­ten Welt­kriegs war Goeb­bels Gene­ral­be­voll­mäch­tig­ter für den tota­len Kriegs­ein­satz und damit Adolf Hit­lers rechte Hand. Bis zum heu­ti­gen Tage gilt er als einer der Haupt­ver­ant­wort­li­chen des Holo­caust. Unzäh­lige Morde sowie Kriegs­ver­bre­chen müs­sen ihm ange­las­tet werden.

Für das poli­ti­sche Regime des Natio­nal­so­zia­lis­mus beklei­dete Goeb­bels das Amt als Reichs­mi­nis­ter für Volks­auf­klä­rung und Pro­pa­ganda, das er von 1933 bis zu sei­nem Tod im Jahr 1945 ausübte.

Durch seine beein­dru­cken­den rhe­to­ri­schen Fähig­kei­ten gelang es ihm stets, den Pro­pa­gan­da­ap­pa­rat des dama­li­gen Hitler-Regimes aufs Neue anzu­fa­chen. Nach der Gleich­schal­tung der dama­li­gen Mas­sen­me­dien beherrschte er das Pres­se­we­sen nach Belie­ben und sorgte für die pas­sende Stim­mung inner­halb des deut­schen Vol­kes, die vom Hitler-Regime gewünscht wurde. Seine Frage „Wollt Ihr den tota­len Krieg“, den er den Mas­sen im Sport­pa­last in Ber­lin stellte, gehört bis heute zu einer der beein­dru­ckends­ten Reden des gesam­ten NS-Regimes und steht bis heute bei­spiel­los für die Ver­blen­dung eines gan­zen Vol­kes mit­hilfe rhe­to­ri­scher Stilmittel.

Die beein­dru­cken­den rhe­to­ri­schen Fähig­kei­ten setzte Goeb­bels wäh­rend sei­ner gesam­ten Lauf­bahn im NS-Regime gekonnt ein und sorgte für Durch­hal­te­ver­mö­gen der Sol­da­ten an der Front sowie der Fami­lien in Deutsch­land glei­cher­ma­ßen. Adolf Hit­ler war sich Goeb­bels Rede­ge­wand­heit durch­aus bewusst und gab zu, dass sprach­li­che Macht ent­schei­dend zum Kriegs­er­folg einer Nation bei­tra­gen könne.

Tod von Joseph Goebbels

Laut Tes­ta­ment von Adolf Hit­ler sollte Joseph Goeb­bels im Falle des Todes von Hit­ler neuer Reichs­kanz­ler wer­den. Dies lehnte Goeb­bels jedoch ab, da er Hit­ler Treue bis in den Tod geschwo­ren hatte. Die­ses Ver­spre­chen setzte er nach dem Sui­zid von Adolf Hit­ler nach dem ver­lo­re­nen Zwei­ten Welt­krieg um und nahm sich am 1. Mai 1945 das Leben. Kurz zuvor trug er fol­gen­des in sein Tage­buch ein:

„Der Füh­rer hat mir den Befehl gege­ben, im Falle des Zusam­men­bruchs der Ver­tei­di­gung die Reichs­haupt­stadt Ber­lin zu ver­las­sen und als füh­ren­des Mit­glied an einer von ihm ernann­ten Regie­rung teil­zu­neh­men. Zum ers­ten Mal in mei­nem Leben muss ich mich kate­go­risch wei­gern, einem Befehl des Füh­rers Folge zu leis­ten. Meine Frau und meine Kin­der schlie­ßen sich die­ser Wei­ge­rung an. Im ande­ren Falle würde ich mir selbst […] für mein gan­zes fer­ne­res Leben als ein ehr­lo­ser Abtrünn­ling und gemei­ner Schuft vor­kom­men, der mit der Ach­tung vor sich selbst auch die Ach­tung sei­nes Vol­kes ver­löre, die die Vor­aus­set­zung eines wei­te­ren Diens­tes mei­ner Per­son an der Zukunfts­ge­stal­tung der Deut­schen Nation und des Deut­schen Rei­ches bil­den müsste.“

Bis heute ist nicht end­gül­tig geklärt, ob sich Goeb­bels mit einer töd­li­chen che­mi­schen Sub­stanz oder mit­hilfe einer Pis­tole das Leben nahm. Sicher ist jedoch, dass seine Kin­der und seine Frau (Magda) mit Blau­säure ver­gif­tet wur­den. Spä­tere Obduk­tio­nen konn­ten nicht durch­ge­führt wer­den, da die Lei­chen von Goeb­bels und sei­ner Fami­lie einen Tag nach deren Tod ver­brannt wurden.

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