Französische Republik

1. Dezember 2010

Die fünf Fran­zö­si­schen Republiken

Dem heu­ti­gen Frank­reich, wie die Répu­bli­que Française bei uns genannt wird, gehen gleich vier Repu­bli­ken voran. Die Erste Fran­zö­si­sche Repu­blik wurde wäh­rend der Fran­zö­si­schen Revo­lu­tion aus­ge­ru­fen und hatte ihren Bestand von 1792 bis 1804. Die Zweite Fran­zö­si­sche Repu­blik ent­stand aus der Febru­ar­re­vo­lu­tion 1848 und endete 1852 als das Zweite Kai­ser­reich ins Leben geru­fen wurde.

Nach der Nie­der­lage Frank­reichs im Deutsch-Französischen Krieg ent­stand nach eini­gen Unstim­mig­kei­ten 1871 die Dritte Fran­zö­si­sche Repu­blik, die 1940 mit der erneu­ten Kapi­tu­la­tion gegen Deutsch­land endete. Zur dama­li­gen Zeit war Nord­frank­reich von den Deut­schen besetzt, und Pétain grün­dete in Vichy den Fran­zö­si­schen Staat.

Die Vierte Fran­zö­si­sche Repu­blik ent­stand nach dem Ende des 2. Welt­krie­ges. Ganze 25 Regie­run­gen wech­sel­ten in die­ser Zeit ein­an­der ab, um end­lich auf­grund der ver­lust­rei­chen Ent­ko­lo­nia­li­sie­rungs­kon­flikte in Nord­afrika und Indo­china 1958 zu scheitern.

Charles de Gaulle setzte im Sep­tem­ber 1958 eine neue Ver­fas­sung durch, und seit dem 5. Okto­ber 1958 besteht die Fünfte und bis­lang letzte Fran­zö­si­sche Repu­blik. Seit der Ver­fas­sungs­än­de­rung 1962 wird der fran­zö­si­sche Staats­prä­si­dent direkt vom Volk gewählt. 2002 wurde die Wahl­pe­riode von sie­ben auf fünf Jahre redu­ziert. 1969 trat de Gaulle zurück, ihm folgte bis 1974 Geor­ges Pom­pi­dou als Prä­si­dent. Im Anschluss über­nah­men Valéry Gis­card d’Estaing bis 1981, François Mit­terand bis 1995 und Jac­ques Chi­rac bis 2007 das Prä­si­den­ten­amt. Bis zum heu­ti­gen Tag ist Nico­las Sar­kozy Prä­si­dent der Fünf­ten Fran­zö­si­schen Republik.

Geo­gra­fi­sche Lage

La France, wie die Fran­zo­sen lie­be­voll ihr Land nen­nen, ist ein EU–Staat im Wes­ten Euro­pas, der neben Deutsch­land an sie­ben wei­tere Län­der grenzt. Fer­ner liegt Frank­reich an der Nord­see, am Atlan­tik mit dem Ärmel­ka­nal, der es von Groß­bri­tan­nien trennt, sowie am Mit­tel­meer. Auch Über­see­ge­biete in der Kari­bik, in Süd­ame­rika, im Indi­schen Ozean, in Ozea­nien sowie vor der nord­ame­ri­ka­ni­schen Küste gehö­ren zu Frank­reich. Zudem bean­sprucht es einen Teil der Antarktis.

Frank­reich hat ein sehr viel­fäl­ti­ges Land­schafts­bild vor­zu­wei­sen: Breite Ebe­nen, hohe Gebirge, sanfte Vul­kan­land­schaf­ten sind ebenso zu fin­den wie weite Wäl­der und unter­schied­li­che Küs­ten­ge­biete. Wäh­rend am Atlan­tik schroffe Fel­sen und weite Sand­strände mit einem eher rauen Klima vor­herr­schen, fin­det man am Mit­tel­meer medi­ter­ra­nes Klima mit eben­falls Sand­strän­den sowie Fel­sen. Im Zen­trum Frank­reichs befin­det sich das größte – erlo­schene – Vul­k­an­ge­biet Euro­pas, die Auver­gne. Der Süd­os­ten ist eher gebir­gig. Die Haupt­ge­birge sind die Fran­zö­si­schen Alpen, die an Ita­lien und die Schweiz gren­zen, die Pyre­näen, die sich an Spa­nien und Andorra anschmie­gen, sowie das Zen­tral­mas­siv und die Voge­sen. Der höchste Berg ist mit 4.810 Metern der Mont Blanc.

Ver­schie­dene Regionen

Frank­reich ist in 26 Regio­nen geglie­dert sowie in 100 Dépar­te­ments, von denen 96 in Europa lie­gen. Es ist ein bei Tou­ris­ten allein schon wegen sei­ner Unter­schied­lich­keit belieb­tes Land, das für jede Inter­es­sens­lage etwas zu bie­ten hat. Spu­ren ver­gan­ge­ner Zei­ten sind in bei­nahe jeder Ecke des Lan­des auffindbar.

Wäh­rend die Bre­ta­gne mit den zahl­rei­chen Men­hi­ren, Dol­men und Mega­li­then auf­war­tet, fin­det man in der Nor­man­die eher Spu­ren der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit in Form von U-Booten und Bun­kern vor. Die Pro­vence mit ihren typi­schen Laven­del– und Son­nen­blu­men­fel­dern war bereits bei Malern frü­he­rer Zei­ten ein idea­ler und belieb­ter Ort. Das Péri­gord, das bekannt ist für seine Trüf­fel und Gän­se­le­ber, bie­tet viel Land­wirt­schaft aber auch Über­reste ver­gan­ge­ner, prä­his­to­ri­scher Zei­ten. Im Zen­tral­mas­siv fin­det der Besu­cher jede Menge Mine­ral– und Heil­quel­len sowie Flüsse und Seen neben den erlo­sche­nen Vul­ka­nen. Im Lub­e­ron sind ver­träumte mit­tel­al­ter­li­che Dörf­chen zu fin­den, und im Elsass war­ten die Wein­berge neben den vie­len Fach­werk­städ­ten auf ihre Besucher.

Zahl­rei­che impo­sante Schluch­ten wur­den von Flüs­sen wie dem Ver­don, der Tarn oder der Ardè­che gebil­det. Über­haupt ist Frank­reich das Land des Was­sers. Wohl kaum ein ande­res Land kann der­ar­tig viele Bäche, Flüsse, Seen und Meere sein Eigen nennen.

In der Camar­gue sind noch heute wilde Stiere und Pferde sowie die Fla­min­gos aus nächs­ter Nähe zu beob­ach­ten. Nicht­zu­letzt ist die Côte d’Azur, die Küste der Schö­nen und Rei­chen, mit ihren mon­dä­nen Orten wie Saint-Tropez, Can­nes oder Nizza zu nennen.

Im Haute-Savoie fin­det Som­mer- wie Win­ter­tou­ris­mus statt. Hier füh­len sich Wan­de­rer sowie Win­ter­sport­ler vor der impo­san­ten Kulisse ein­sa­mer Berg­dör­fer, hoher Berge sowie luxu­riö­ser Win­ter­sport­orte wohl.

Sehens­wür­dig­kei­ten

Wer an Frank­reich denkt, der denkt an Paris. Und hier ist auch das Bal­lungs­zen­trum der Sehens­wür­dig­kei­ten. Allen voran wären der Eif­fel­turm sowie der Bezirk Mont­martre zu nennen.

Gene­rell fin­det man in ganz Frank­reich eine Unmenge an wun­der­schö­nen Kathe­dra­len und ande­ren Kir­chen. Die Bre­ta­gne ist für ihre Cal­vairs bekannt, und an der Loire befin­den sich unzäh­lige gut erhal­tene Schlös­ser. Die Fes­tungs­städte Car­cas­sonne im Wes­ten sowie Bel­fort im Nord­os­ten beein­dru­cken durch ihr gigan­ti­sches Aussehen.

Etli­che Höh­len — wie die von Lascaux — zeu­gen von einer ural­ten Ver­gan­gen­heit. Über­reste, wie das Aquä­dukt bei Remou­lin oder das Amphi­thea­ter in Nîmes, haben ebenso eine lange Geschichte zu erzäh­len wie Klös­ter, Bur­gen und Schlös­ser. Städte wie Avi­gnon, Gre­no­ble, Mar­seille oder Stras­bourg sind weit über die Gren­zen Frank­reichs bekannt. Durch Frank­reich führt zudem der längste Teil des berühm­ten Jakobsweges.

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