Die fünf Französischen Republiken
Dem heutigen Frankreich, wie die République Française bei uns genannt wird, gehen gleich vier Republiken voran. Die Erste Französische Republik wurde während der Französischen Revolution ausgerufen und hatte ihren Bestand von 1792 bis 1804. Die Zweite Französische Republik entstand aus der Februarrevolution 1848 und endete 1852 als das Zweite Kaiserreich ins Leben gerufen wurde.
Nach der Niederlage Frankreichs im Deutsch-Französischen Krieg entstand nach einigen Unstimmigkeiten 1871 die Dritte Französische Republik, die 1940 mit der erneuten Kapitulation gegen Deutschland endete. Zur damaligen Zeit war Nordfrankreich von den Deutschen besetzt, und Pétain gründete in Vichy den Französischen Staat.
Die Vierte Französische Republik entstand nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Ganze 25 Regierungen wechselten in dieser Zeit einander ab, um endlich aufgrund der verlustreichen Entkolonialisierungskonflikte in Nordafrika und Indochina 1958 zu scheitern.
Charles de Gaulle setzte im September 1958 eine neue Verfassung durch, und seit dem 5. Oktober 1958 besteht die Fünfte und bislang letzte Französische Republik. Seit der Verfassungsänderung 1962 wird der französische Staatspräsident direkt vom Volk gewählt. 2002 wurde die Wahlperiode von sieben auf fünf Jahre reduziert. 1969 trat de Gaulle zurück, ihm folgte bis 1974 Georges Pompidou als Präsident. Im Anschluss übernahmen Valéry Giscard d’Estaing bis 1981, François Mitterand bis 1995 und Jacques Chirac bis 2007 das Präsidentenamt. Bis zum heutigen Tag ist Nicolas Sarkozy Präsident der Fünften Französischen Republik.
Geografische Lage
La France, wie die Franzosen liebevoll ihr Land nennen, ist ein EU–Staat im Westen Europas, der neben Deutschland an sieben weitere Länder grenzt. Ferner liegt Frankreich an der Nordsee, am Atlantik mit dem Ärmelkanal, der es von Großbritannien trennt, sowie am Mittelmeer. Auch Überseegebiete in der Karibik, in Südamerika, im Indischen Ozean, in Ozeanien sowie vor der nordamerikanischen Küste gehören zu Frankreich. Zudem beansprucht es einen Teil der Antarktis.
Frankreich hat ein sehr vielfältiges Landschaftsbild vorzuweisen: Breite Ebenen, hohe Gebirge, sanfte Vulkanlandschaften sind ebenso zu finden wie weite Wälder und unterschiedliche Küstengebiete. Während am Atlantik schroffe Felsen und weite Sandstrände mit einem eher rauen Klima vorherrschen, findet man am Mittelmeer mediterranes Klima mit ebenfalls Sandstränden sowie Felsen. Im Zentrum Frankreichs befindet sich das größte – erloschene – Vulkangebiet Europas, die Auvergne. Der Südosten ist eher gebirgig. Die Hauptgebirge sind die Französischen Alpen, die an Italien und die Schweiz grenzen, die Pyrenäen, die sich an Spanien und Andorra anschmiegen, sowie das Zentralmassiv und die Vogesen. Der höchste Berg ist mit 4.810 Metern der Mont Blanc.
Verschiedene Regionen
Frankreich ist in 26 Regionen gegliedert sowie in 100 Départements, von denen 96 in Europa liegen. Es ist ein bei Touristen allein schon wegen seiner Unterschiedlichkeit beliebtes Land, das für jede Interessenslage etwas zu bieten hat. Spuren vergangener Zeiten sind in beinahe jeder Ecke des Landes auffindbar.
Während die Bretagne mit den zahlreichen Menhiren, Dolmen und Megalithen aufwartet, findet man in der Normandie eher Spuren der jüngsten Vergangenheit in Form von U-Booten und Bunkern vor. Die Provence mit ihren typischen Lavendel– und Sonnenblumenfeldern war bereits bei Malern früherer Zeiten ein idealer und beliebter Ort. Das Périgord, das bekannt ist für seine Trüffel und Gänseleber, bietet viel Landwirtschaft aber auch Überreste vergangener, prähistorischer Zeiten. Im Zentralmassiv findet der Besucher jede Menge Mineral– und Heilquellen sowie Flüsse und Seen neben den erloschenen Vulkanen. Im Luberon sind verträumte mittelalterliche Dörfchen zu finden, und im Elsass warten die Weinberge neben den vielen Fachwerkstädten auf ihre Besucher.
Zahlreiche imposante Schluchten wurden von Flüssen wie dem Verdon, der Tarn oder der Ardèche gebildet. Überhaupt ist Frankreich das Land des Wassers. Wohl kaum ein anderes Land kann derartig viele Bäche, Flüsse, Seen und Meere sein Eigen nennen.
In der Camargue sind noch heute wilde Stiere und Pferde sowie die Flamingos aus nächster Nähe zu beobachten. Nichtzuletzt ist die Côte d’Azur, die Küste der Schönen und Reichen, mit ihren mondänen Orten wie Saint-Tropez, Cannes oder Nizza zu nennen.
Im Haute-Savoie findet Sommer- wie Wintertourismus statt. Hier fühlen sich Wanderer sowie Wintersportler vor der imposanten Kulisse einsamer Bergdörfer, hoher Berge sowie luxuriöser Wintersportorte wohl.
Sehenswürdigkeiten
Wer an Frankreich denkt, der denkt an Paris. Und hier ist auch das Ballungszentrum der Sehenswürdigkeiten. Allen voran wären der Eiffelturm sowie der Bezirk Montmartre zu nennen.
Generell findet man in ganz Frankreich eine Unmenge an wunderschönen Kathedralen und anderen Kirchen. Die Bretagne ist für ihre Calvairs bekannt, und an der Loire befinden sich unzählige gut erhaltene Schlösser. Die Festungsstädte Carcassonne im Westen sowie Belfort im Nordosten beeindrucken durch ihr gigantisches Aussehen.
Etliche Höhlen — wie die von Lascaux — zeugen von einer uralten Vergangenheit. Überreste, wie das Aquädukt bei Remoulin oder das Amphitheater in Nîmes, haben ebenso eine lange Geschichte zu erzählen wie Klöster, Burgen und Schlösser. Städte wie Avignon, Grenoble, Marseille oder Strasbourg sind weit über die Grenzen Frankreichs bekannt. Durch Frankreich führt zudem der längste Teil des berühmten Jakobsweges.
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