Eurovision Song Contest
Geschichte
Der Eurovision Song Contest ist ein seit 1956 jährlich veranstalteter Liederwettbewerb der Mitgliedsländer der Europäischen Rundfunkunion (EBU). Die Veranstaltung wird von der Idee getragen, internationale Autoren und Komponisten durch den Vortrag hochwertigen Liedgutes zusammen zu führen und die Unterhaltungsmusik zu fördern. Jedes Land schickt einen Song ins Rennen, welcher in nationalen Vorentscheidungen ermittelt oder von den Teilnehmerländern direkt delegiert wird.
An der ersten Veranstaltung, welche 1956 im Schweizer Lugano stattfand, waren mit der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg, Italien, Belgien und Frankreich sieben Länder beteiligt, welche mit jeweils zwei Titeln antraten. Von Jahr zu Jahr stieg das allgemeine Interesse am Wettbewerb. Heute werden die Teilnehmer in zwei Halbfinalen ermittelt. Es qualifizieren sich die zehn Besten der Vorrunden. Als fest gesetzte Teilnehmer gelten die finanzstärksten Mitglieder der EBU, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Spanien. Weiterhin fest gesetzt ist das jeweilige Ausrichterland des Wettbewerbes.
Am Häufigsten fand der Wettbewerb bislang im irischen Dublin statt. Als häufigste Teilnehmer der Veranstaltung gilt das Schweizer Trio Peter, Sue and Marc. Mit sieben Siegen ist Irland das erfolgreichste Land beim Eurovision Song Contest. Der irische Sänger Johnny Logan kann zwei Siege auf sich verbuchen und war einmal als Komponist erfolgreich.
Ablauf der Veranstaltung
In der Regel wird der Eurovision Song Contest im Land des Vorjahressiegers ausgetragen. Die Teilnehmer müssen mindestens 16 Jahre alt sein und live singen. Am Vortrag des Songs, welcher eine Länge von drei Minuten nicht überschreiten darf, dürfen im Höchstfall sechs Personen beteiligt sein. Bis in die 1970er Jahre durfte ausschließlich in der jeweiligen Landessprache gesungen werden. Heute steht es jedem Land frei, in welcher Sprache es seinen Beitrag performt.
Über den Sieger dürfen alle Mitgliedsländer der EBU abstimmen, auch wenn es ihr eigener Beitrag nicht in den Wettbewerb geschafft hat. Als Höchstpunktzahl werden zwölf Zähler vergeben. Der eigene Beitrag darf keine Punkte erhalten. Um die Abstimmung zeitsparender zu gestalten, werden die Punktzahlen eins bis sieben direkt angezeigt. Die Höchstpunktzahlen werden von den jeweils live zugeschalteten Vertretern jedes Mitgliedslandes durchgegeben.
Erfolge und Karrierestarts
Zahlreiche Stars konnten den Wettbewerb bereits als Sprungbrett für eine erfolgreiche Musiklaufbahn nutzen. So die nahezu unbekannte Band ABBA, welche 1974 mit “Waterloo” eine Weltkarriere startete. Auch für Celine Dion, welche 1988 mit einem französischen Titel für die Schweiz antrat, bedeutete der Wettbewerb den Durchbruch in Europa. Ebenso gilt der Eurovision Song Contest als Hitschmiede zahlreicher Evergreens. Schnell in aller Munde war der Song “Puppet on an string”, 1967 von Sandy Shaw gesungen. In mehreren Sprachen Erfolge verbuchen konnte Vicky Leandros 1972 mit “Après toi”. Mehr als fünf Millionen Tonträger weltweit verkauften sich vom ABBA-Song “Waterloo” und dem Titel “Save your kisses for me”, mit dem Brotherhood of man 1976 antrat.
Deutschland und der Eurovision Song Contest
Deutschland reichte bislang zu jeder Veranstaltung einen Song ein und gilt somit als häufigster Teilnehmer der Veranstaltung. Lange wurde der Beitrag in einer Fernsehsendung mit dem Titel “Ein Lied für…” ausgewählt. In jüngster Vergangenheit experimentierte man mit neuen Formaten oder delegierte Kandidaten direkt zum Wettbewerb.
Im Jahre 1982 konnte die 17jährige Sängerin Nicole mit der Ralph-Siegel-Produktion “Ein bisschen Frieden” den Wettbewerb für Deutschland gewinnen. Katja Ebstein, Lena Valaitis und die Gruppe Wind verfehlten den Sieg nur knapp. Zahlreiche deutsche Beiträge wurden zu erfolgreichen Hits im eigenen Land. Als meistverkaufter deutscher Beitrag gilt “Zwei kleine Italiener”, gesungen 1962 von Conny Froboess.
loading…
loading…
Popularity: 34%
Category: Lexikon | Tags: Eurovision Song Contest, Fernsehen, Musik, Wettbewerbe Kommentare deaktiviert