Erster Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg fand zwischen den Jahren 1914 bis 1918 statt und wurde vor allem in Europa, Afrika, Ostasien und dem Nahen Osten ausgetragen. Insgesamt wurden während des Ersten Weltkrieges knapp 17 Millionen Menschen getötet. Zunächst wurde der Krieg nur zwischen den Mittelmächten ausgetragen, auf der einen Seite Deutschland und Österreich, auf der anderen Seite Großbritannien, Russland, Frankreich und Serbien. Nach einiger Zeit wurden die beiden neutralen Staaten Luxemburg und Belgien von Deutschland besetzt, später traten den Mittelmächten auch Bulgarien und das Osmanische Reich bei. Auf der anderen Seite begannen auch Italien, Japan, Griechenland, die USA, Rumänien und Portugal auf den Krieg einzuwirken. Im Ersten Weltkrieg fand vor allem eine Machtdemonstration der einzelnen europäischen Staaten statt. Am Kriegsende nahmen beinahe 25 Staaten an den Kriegen teil, diese wurden auch in den Kolonien mit insgesamt 1,4 Milliarden Personen ausgetragen. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges befanden sich damit knapp 70 Prozent der Weltbevölkerung im Kriegszustand. Aufgrund der Folgen, welche noch heutzutage zu spüren sind, wird der Erste Weltkrieg von Historikern auch als “Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts” bezeichnet.
Der Kriegsbeginn
Der offizielle Beginn des Krieges war der 28. Juli 1914, an welchem Österreich dem Staat Serbien eine Kriegserklärung zusandte. Zwei Tage später stellte sich Russland auf die Seite Serbiens, zudem unterstützte Deutschland den Staat Österreich. Die Gründe der Kriegserklärung waren sehr einfach, denn am 28. Juni 1914 wurden der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Ehefrau ermordet. Ursprünglich wurden hinter dem Attentat Mitglieder einer Geheimloge vermutet, welche sich als “Serbische Schwarze Hand” bezeichneten. Die österreichischen Militärs überzeugten im Anschluss Kaiser Franz-Josef, dass dieser Serbien angreifen müsse. In einem Ultimatum verlangte Österreich eine Untersuchung des Vorfalles, diese wurde allerdings als Eingriff in die Souveränität Serbiens abgelehnt. Die im Anschluss folgende Kriegserklärung aktivierte etliche Schutz– und Geheimbündnisse, welche später zum Ausbruch des so genannten Weltkrieges führten.
Die Kriegsbegeisterung
Während des Weltkrieges konnte bei Großteilen eine hohe Kriegsbegeisterung festgestellt werden, diese äußerste sich in patriotischen Meldungen zum Kriegsdienst. Viele Intellektuellen sehen darin den Versuch die Streitigkeiten und Machtinteressen vieler Herrscher und Regierungen zu lösen. Der Verlauf des Krieges offenbart eine europäische Unfähigkeit Regierungen zu führen. Soziale Spannungen wurden nicht oder nur unzureichend erkannt und nicht akzeptiert.
Die Kriegsführung
Während des Ersten Weltkrieges wurden etliche Massenvernichtungswaffen wie beispielsweise Giftgas eingesetzt, zudem wurden hohe Mengen an Material verbraucht, dazu gehören unter anderem Luftschiffe, Flugzeuge und Artillerie. Die Waffentechnik schuf viele taktische und strategische Vorteile, daher tobte an den meisten Fronten ein Stellungskrieg. Auf den Schlachtfeldern starben Millionen Soldaten, ohne dass sich die militärische Lage bedeutend änderte. Um die Situation unter Kontrolle zu halten, wurde eine massive Propaganda eingeführt, die patriotischen Symbole und feindlichen Vorurteile wurden in der Bevölkerung verbreitet und zur psychologischen Kriegsführung genutzt.
Wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands
Der Erste Weltkrieg unterschied sich grundsätzlich von den anderen Kriegen, dies ist vor allem auf die vielen technischen Veränderungen und Möglichkeiten zurückzuführen. In Deutschland traten unvermutete soziale und wirtschaftliche Veränderungen auf. Die Friedenswirtschaft wurde komplett auf die Kriegsführung umgestellt, primäres Ziel war eine ausreichende Versorgung mit Kriegsmaterial. Alle möglichen Firmen wurden für die Kriegsrüstung umgestellt, hierbei wurde eine Verteilung von Arbeitskräften auf Wirtschaft und Politik vorgenommen, sodass beide Zweige funktionstüchtig blieben. Die verschiedenen Maßnahmen wurden durch eine ineffiziente Bürokratie überdeckt, die sozialen Auswirkungen wuchsen in einer hohen Geschwindigkeit.
Das Kriegsende
Am Ende des Krieges musste Deutschland die alleinige Kriegsschuld auf sich nehmen, diese Demütigung im Versailler Spiegelsaal schuf eine Erbfeindschaft zwischen Deutschen und Franzosen. Die hohen Reparationskosten von knapp 24 Milliarden Euro beutelten die deutsche Wirtschaft noch mehrere Jahrzehnte. Auch heutzutage werden immer noch geringe Reparationszahlungen vorgenommen.
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Category: Lexikon | Tags: Deutschland, Erster Weltkrieg, Europa, Geschichte, Kriege Kommentare deaktiviert