Der Donnerstag ist der vierte Tag der Woche, die nach dem bürgerlichen Kalender mit dem Montag beginnt und markiert somit deren Mitte. Geht man nach der traditionell-religiösen Zählung, welche mit dem Sonntag beginnt, so ist der Donnerstag der fünfte Tag.
Ursprung der Bezeichnung
Der Donnerstag verdankt seinen Namen dem germanischen Donnergott Donar, auch Thor genannt (vgl. das englische Thursday). Die Germanen wiederum hatten die Zuordnung von Göttern zu Wochentagen und darüber hinaus die Einteilung der Woche in sieben Tage von den Römern übernommen. Bei ihnen war der vierte Tag der Woche dem Jupiter geweiht. Da dieser mit Donar/Thor die mythologische Eigenschaft des Blitzeschleuderns teilte, lag es nahe, diese Zuordnung zu übernehmen und lediglich den Namen anzupassen.
Bedeutung im christlichen Glauben
Drei christliche Feiertage fallen auf einen Donnerstag.
Der Gründonnerstag (welcher als Einziger davon den Tag im Namen trägt) ist der fünfte Tag der Karwoche, der nach christlicher Überlieferung letzten Lebenswoche Christi. Der Gründonnerstag ist dabei dem Gedenken an das letzte Abendmal vor der Kreuzigung gewidmet. Dementsprechend hoch steht dieser Tag in der Hierarchie christlicher Feiertage.
Den „lithurgischen Gegenpart“ dazu stellt Christi Himmelfahrt dar, der zweite Donnerstag vor Pfingsten bzw. der 39. Tag nach dem Ostersonntag, dem Tag der Auferstehung. An ihm wird des Aufstiegs Jesu in den Himmel gedacht. Anders als der Gründonnerstag, den lediglich die Schüler in Baden-Württemberg als freien Tag genießen können, ist Christi Himmelfahrt ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag.
Der dritte unter den im Christentum bedeutsamen Donnerstagen ist schließlich Fronleichnam, der zweite Donnerstag nach Pfingsten. An ihm wird die Präsenz Christi im Sakrament der Eucharistie (der feierlichen Darreichung von Brot und Wein als Sinnbilder von Leib und Blut Jesu im Rahmen der Messe) gefeiert. Im Gegensatz zu den besinnlichen Tagen der Karwoche wie dem Gründonnerstag wird Fronleichnam oft feierlich mit prunkvollen Prozessionen begangen.
Die Katholische Kirche hatte übrigen durchaus versucht, die heidnische Namensgebung des Donnerstags zu tilgen und an ihre Stelle eine „gottgefälligere“ zu setzen. Viel Erfolg wurde ihr dabei allerdings nicht zuteil – in praktisch allen mitteleuropäischen Sprachen lebt die traditionelle Bezeichnung fort, entweder in Verbindung zum Jupiter stehend (vgl. jeudi im Franzöischen) oder mit dem Bezug zu Donar/Thor. Einzig in Bayern konnte sich eine griechischstämmige Bezeichnung – pempte hemera, der fünfte Tag – teilweise durchsetzen. Sie lebt im besonders von der ländlichen Bevölkerung verwendeten Wort „Pfinztag“ fort.
Heutige Bedeutung des Donnerstages
Auch außerhalb des christlichen Glaubens sind mit dem Donnerstag einige weitere Bedeutungen verknüpft.
Der „schmotzige Donnerstag“ markiert den Beginn der fränkisch-allemannischen, also primär südwestdeutschen Fastnacht. An ihm finden in den Karnevalshochburgen Umzüge statt, mancherorts überträgt auch der Bürgermeister Amt und Würden vorübergehend und symbolisch an die Narren. Charakteristisch für ihn ist weiterhin fettes Essen („Schmotz“ ist das allemannischen Wort für Schmalz). In Bayern und Teilen Österreichs wird der Tag auch als „Unsinniger Donnerstag“ bezeichnet.
Wesentlich ernster verhält es sich dagegen mit dem „Schwarzen Donnerstag“, dem Tag des großen Börsencrashs am 24. Oktober 1929, welcher der Auslöser für eine weltweite Rezession und in deren Folge die radikale Umwälzung der sozialen und politischen Verhältnisse in der westlichen Welt war. Da aufgrund der Zeitverschiebung die europäischen Börsen bereits geschlossen hatten, trafen sie die Auswirkungen erst am darauf folgenden Freitag, weshalb die Bezeichnung „Schwarzer Freitag“ in Deutschland gebräuchlicher ist.
Zuletzt sei hier noch an den „Langen Donnerstag“ erinnert. Er stellte einen vorsichtigen Versuch zur Lockerung des Ladenschlusses in Deutschland dar. Ab 1989 durften Geschäfte fortan an jedem Donnerstag bis um halb neun geöffnet haben, an den übrigen Wochentagen wie zuvor nur bis 18:30 Uhr. Doch auch diese Regelung ist längst Geschichte – 1996 beschloss der Bundestag die Einführung eines an Wochentagen auf 20 Uhr ausgedehnten Ladenschlusses, der „Lange Donnerstag“ wurde somit hinfällig.
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