Donnerstag

25. März 2011

Der Don­ners­tag ist der vierte Tag der Woche, die nach dem bür­ger­li­chen Kalen­der mit dem Mon­tag beginnt und mar­kiert somit deren Mitte. Geht man nach der traditionell-religiösen Zäh­lung, wel­che mit dem Sonn­tag beginnt, so ist der Don­ners­tag der fünfte Tag.

Ursprung der Bezeichnung

Der Don­ners­tag ver­dankt sei­nen Namen dem ger­ma­ni­schen Don­ner­gott Donar, auch Thor genannt (vgl. das eng­li­sche Thurs­day). Die Ger­ma­nen wie­derum hat­ten die Zuord­nung von Göt­tern zu Wochen­ta­gen und dar­über hin­aus die Ein­tei­lung der Woche in sie­ben Tage von den Römern über­nom­men. Bei ihnen war der vierte Tag der Woche dem Jupi­ter geweiht. Da die­ser mit Donar/Thor die mytho­lo­gi­sche Eigen­schaft des Blit­ze­schleu­derns teilte, lag es nahe, diese Zuord­nung zu über­neh­men und ledig­lich den Namen anzupassen.

Bedeu­tung im christ­li­chen Glauben

Drei christ­li­che Fei­er­tage fal­len auf einen Don­ners­tag.
Der Grün­don­ners­tag (wel­cher als Ein­zi­ger davon den Tag im Namen trägt) ist der fünfte Tag der Kar­wo­che, der nach christ­li­cher Über­lie­fe­rung letz­ten Lebens­wo­che Christi. Der Grün­don­ners­tag ist dabei dem Geden­ken an das letzte Abend­mal vor der Kreu­zi­gung gewid­met. Dem­ent­spre­chend hoch steht die­ser Tag in der Hier­ar­chie christ­li­cher Feiertage.

Den „lithur­gi­schen Gegen­part“ dazu stellt Christi Him­mel­fahrt dar, der zweite Don­ners­tag vor Pfings­ten bzw. der 39. Tag nach dem Oster­sonn­tag, dem Tag der Auf­er­ste­hung. An ihm wird des Auf­stiegs Jesu in den Him­mel gedacht. Anders als der Grün­don­ners­tag, den ledig­lich die Schü­ler in Baden-Württemberg als freien Tag genie­ßen kön­nen, ist Christi Him­mel­fahrt ein bun­des­wei­ter gesetz­li­cher Feiertag.

Der dritte unter den im Chris­ten­tum bedeut­sa­men Don­ners­ta­gen ist schließ­lich Fron­leich­nam, der zweite Don­ners­tag nach Pfings­ten. An ihm wird die Prä­senz Christi im Sakra­ment der Eucha­ris­tie (der fei­er­li­chen Dar­rei­chung von Brot und Wein als Sinn­bil­der von Leib und Blut Jesu im Rah­men der Messe) gefei­ert. Im Gegen­satz zu den besinn­li­chen Tagen der Kar­wo­che wie dem Grün­don­ners­tag wird Fron­leich­nam oft fei­er­lich mit prunk­vol­len Pro­zes­sio­nen begangen.

Die Katho­li­sche Kir­che hatte übri­gen durch­aus ver­sucht, die heid­ni­sche Namens­ge­bung des Don­ners­tags zu til­gen und an ihre Stelle eine „gott­ge­fäl­li­gere“ zu set­zen. Viel Erfolg wurde ihr dabei aller­dings nicht zuteil – in prak­tisch allen mit­tel­eu­ro­päi­schen Spra­chen lebt die tra­di­tio­nelle Bezeich­nung fort, ent­we­der in Ver­bin­dung zum Jupi­ter ste­hend (vgl. jeudi im Fran­zöi­schen) oder mit dem Bezug zu Donar/Thor. Ein­zig in Bay­ern konnte sich eine grie­chisch­stäm­mige Bezeich­nung – pempte hemera, der fünfte Tag – teil­weise durch­set­zen. Sie lebt im beson­ders von der länd­li­chen Bevöl­ke­rung ver­wen­de­ten Wort „Pfinz­tag“ fort.

Heu­tige Bedeu­tung des Donnerstages

Auch außer­halb des christ­li­chen Glau­bens sind mit dem Don­ners­tag einige wei­tere Bedeu­tun­gen ver­knüpft.
Der „schmot­zige Don­ners­tag“ mar­kiert den Beginn der fränkisch-allemannischen, also pri­mär süd­west­deut­schen Fast­nacht. An ihm fin­den in den Kar­ne­vals­hoch­bur­gen Umzüge statt, man­cher­orts über­trägt auch der Bür­ger­meis­ter Amt und Wür­den vor­über­ge­hend und sym­bo­lisch an die Nar­ren. Cha­rak­te­ris­tisch für ihn ist wei­ter­hin fet­tes Essen („Schmotz“ ist das alle­man­ni­schen Wort für Schmalz). In Bay­ern und Tei­len Öster­reichs wird der Tag auch als „Unsin­ni­ger Don­ners­tag“ bezeichnet.

Wesent­lich erns­ter ver­hält es sich dage­gen mit dem „Schwar­zen Don­ners­tag“, dem Tag des gro­ßen Bör­sen­crashs am 24. Okto­ber 1929, wel­cher der Aus­lö­ser für eine welt­weite Rezes­sion und in deren Folge die radi­kale Umwäl­zung der sozia­len und poli­ti­schen Ver­hält­nisse in der west­li­chen Welt war. Da auf­grund der Zeit­ver­schie­bung die euro­päi­schen Bör­sen bereits geschlos­sen hat­ten, tra­fen sie die Aus­wir­kun­gen erst am dar­auf fol­gen­den Frei­tag, wes­halb die Bezeich­nung „Schwar­zer Frei­tag“ in Deutsch­land gebräuch­li­cher ist.

Zuletzt sei hier noch an den „Lan­gen Don­ners­tag“ erin­nert. Er stellte einen vor­sich­ti­gen Ver­such zur Locke­rung des Laden­schlus­ses in Deutsch­land dar. Ab 1989 durf­ten Geschäfte fortan an jedem Don­ners­tag bis um halb neun geöff­net haben, an den übri­gen Wochen­ta­gen wie zuvor nur bis 18:30 Uhr. Doch auch diese Rege­lung ist längst Geschichte – 1996 beschloss der Bun­des­tag die Ein­füh­rung eines an Wochen­ta­gen auf 20 Uhr aus­ge­dehn­ten Laden­schlus­ses, der „Lange Don­ners­tag“ wurde somit hinfällig.

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