Deutsche Mark
Die Deutsche Mark
Die Deutsche Mark steht wie wohl kein anderes Symbol außer der gewonnenen Fußball-Weltmeisterschaft von 1954 als Synonym für den Wiederaufstieg der Bundesrepublik Deutschland nach dem katastrophal verlorenen Krieg. Die Stabilität und Solidität der Währung wurde gleichsam zum Symbol der Nachkriegszeit und zum Identifikationsmerkmal einer von fremden Mächten geteilten Nation. Die Demonstrationen während der Revolution in der DDR waren letztlich auch getrieben von dem Wunsch der Bevölkerung, über die Deutsche Mark verfügen zu können.
Geschichte der Deutschen Mark
Die Deutsche Mark löste auf Geheiß der westlichen Besatzungsmächte die wertlos gewordene Reichsmark ab: Nach dem Krieg gab es für das ehemalige Nazi-Geld faktisch nichts zu kaufen; eine wirre Mixtur aus Zigaretten und Wertgegenständen im Tausch für Lebensmittel bestimmte das tägliche Geschehen.
Den NS-Münzen wurde notdürftig das Hakenkreuz entfernt, die Bevölkerung traute dem Aluminium-Geld aus guten Gründen jedoch nicht. Die Katastrophe der Hyperinflation aus den Jahren 1922–24 war noch zu gut in Erinnerung und niemand war bereit, seine Ersparnisse einer Bank anzuvertrauen.
Als in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ, später DDR) eine Art von Ersatzwährung eingeführt wurde, beschlossen die westlichen Siegermächte der drei Zonen auf Druck der USA, den drei westlichen Besatzungszonen eine eigene und von Gold gedeckte Währung zu verabreichen. Dies war die Geburtsstunde der Deutschen Mark und damit einer einzigartigen Erfolgsgeschichte.
Übrigens war es ein junger Leutnant der US-Armee namens Edward A. Teenenbaum, der der Deutschen Mark ihren bis heute unvergessenen Namen gab.
Im Jahr 1948 wurde die Deutsche Mark eingeführt. Sie wurde in einem festgelegten Verhältnis gegen die nun wertlose Reichsmark eingetauscht.
Von Beginn an stand der Währungsumtausch sowie die Vergabe des neuen Geldes unter einem Stern der Ungleichheit: Geld durfte eingetauscht werden und es wurde nicht oder kaum beachtet, woher dieses Geld stammte. Die Millionen von Heimatvertriebenen, die über keinen Grund und Boden verfügten, wurden de facto ein zweites Mal bestraft, da sie nicht besaßen, was man in das neue und wertvolle Geld hätte umtauschen können. Noch heute prägt der unfaire Umgang mit der ungleichen Lastenverteilung des Krieges die politische Auseinandersetzung in Deutschland.
Mit der Deutschen Mark begann indes ein einzigartiges Kapitel des Aufschwungs einer geschundenen Nation: Arbeit lohnte sich wieder, Waren waren scheinbar über Nacht im Überfluss vorhanden und die junge Bundesrepublik, die mühsam versuchte, ein nach demokratischen Prinzipien funktionierender Rechtsstaat zu werden, hatte ein Symbol nationaler Identität auf geschrumpftem Boden gewonnen: Die Deutsche Mark geriet zum nationalen Triumph, mit dem man der östlichen Besatzung zeigen konnte, dass man es besser kann.
Die Westintegration, von der wir alle bis heute profitieren, hätte ohne die Deutsche Mark nicht stattfinden können. Es war schließlich der legendäre Finanzminister und später gescheiterte Bundeskanzler Ludwig Erhard, der die Stabilitätskriterien für die Deutsche Mark einführte und damit bis heute vergessene Maßstäbe setzte.
Das Ende der Deutschen Mark
Mit der Währungsunion der Kernstaaten der Europäischen Union ist die Deutsche Mark zu einer Fußnote der Geschichte geworden. Sie ist aufgegangen in der Gemeinschaftswährung “Euro”, deren Wert durch verschiedene Mitgliedsstaaten immer weiter unterhöhlt wird. Viele Menschen sehnen sich in Zeiten der Unsicherheit nach der Deutschen Mark zurück.
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Category: Lexikon | Tags: Deutsche Mark, Deutschland, Finanzen, Politik, Währungen, Wirtschaft Kommentare deaktiviert