Deutsche Mark

3. Februar 2010

Die Deut­sche Mark

Die Deut­sche Mark steht wie wohl kein ande­res Sym­bol außer der gewon­ne­nen Fußball-Weltmeisterschaft von 1954 als Syn­onym für den Wie­der­auf­stieg der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nach dem kata­stro­phal ver­lo­re­nen Krieg. Die Sta­bi­li­tät und Soli­di­tät der Wäh­rung wurde gleich­sam zum Sym­bol der Nach­kriegs­zeit und zum Iden­ti­fi­ka­ti­ons­merk­mal einer von frem­den Mäch­ten geteil­ten Nation. Die Demons­tra­tio­nen wäh­rend der Revo­lu­tion in der DDR waren letzt­lich auch getrie­ben von dem Wunsch der Bevöl­ke­rung, über die Deut­sche Mark ver­fü­gen zu können.

Geschichte der Deut­schen Mark

Die Deut­sche Mark löste auf Geheiß der west­li­chen Besat­zungs­mächte die wert­los gewor­dene Reichs­mark ab: Nach dem Krieg gab es für das ehe­ma­lige Nazi-Geld fak­tisch nichts zu kau­fen; eine wirre Mix­tur aus Ziga­ret­ten und Wert­ge­gen­stän­den im Tausch für Lebens­mit­tel bestimmte das täg­li­che Gesche­hen.
Den NS-Münzen wurde not­dürf­tig das Haken­kreuz ent­fernt, die Bevöl­ke­rung traute dem Aluminium-Geld aus guten Grün­den jedoch nicht. Die Kata­stro­phe der Hyper­in­fla­tion aus den Jah­ren 1922–24 war noch zu gut in Erin­ne­rung und nie­mand war bereit, seine Erspar­nisse einer Bank anzuvertrauen.

Als in der sowje­ti­schen Besat­zungs­zone (SBZ, spä­ter DDR) eine Art von Ersatz­wäh­rung ein­ge­führt wurde, beschlos­sen die west­li­chen Sie­ger­mächte der drei Zonen auf Druck der USA, den drei west­li­chen Besat­zungs­zo­nen eine eigene und von Gold gedeckte Wäh­rung zu ver­ab­rei­chen. Dies war die Geburts­stunde der Deut­schen Mark und damit einer ein­zig­ar­ti­gen Erfolgs­ge­schichte.
Übri­gens war es ein jun­ger Leut­nant der US-Armee namens Edward A. Teen­en­baum, der der Deut­schen Mark ihren bis heute unver­ges­se­nen Namen gab.

Im Jahr 1948 wurde die Deut­sche Mark ein­ge­führt. Sie wurde in einem fest­ge­leg­ten Ver­hält­nis gegen die nun wert­lose Reichs­mark ein­ge­tauscht.
Von Beginn an stand der Wäh­rungs­um­tausch sowie die Ver­gabe des neuen Gel­des unter einem Stern der Ungleich­heit: Geld durfte ein­ge­tauscht wer­den und es wurde nicht oder kaum beach­tet, woher die­ses Geld stammte. Die Mil­lio­nen von Hei­mat­ver­trie­be­nen, die über kei­nen Grund und Boden ver­füg­ten, wur­den de facto ein zwei­tes Mal bestraft, da sie nicht besa­ßen, was man in das neue und wert­volle Geld hätte umtau­schen kön­nen. Noch heute prägt der unfaire Umgang mit der unglei­chen Las­ten­ver­tei­lung des Krie­ges die poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung in Deutschland.

Mit der Deut­schen Mark begann indes ein ein­zig­ar­ti­ges Kapi­tel des Auf­schwungs einer geschun­de­nen Nation: Arbeit lohnte sich wie­der, Waren waren schein­bar über Nacht im Über­fluss vor­han­den und die junge Bun­des­re­pu­blik, die müh­sam ver­suchte, ein nach demo­kra­ti­schen Prin­zi­pien funk­tio­nie­ren­der Rechts­staat zu wer­den, hatte ein Sym­bol natio­na­ler Iden­ti­tät auf geschrumpf­tem Boden gewon­nen: Die Deut­sche Mark geriet zum natio­na­len Tri­umph, mit dem man der östli­chen Besat­zung zei­gen konnte, dass man es bes­ser kann.
Die West­in­te­gra­tion, von der wir alle bis heute pro­fi­tie­ren, hätte ohne die Deut­sche Mark nicht statt­fin­den kön­nen. Es war schließ­lich der legen­däre Finanz­mi­nis­ter und spä­ter geschei­terte Bun­des­kanz­ler Lud­wig Erhard, der die Sta­bi­li­täts­kri­te­rien für die Deut­sche Mark ein­führte und damit bis heute ver­ges­sene Maß­stäbe setzte.

Das Ende der Deut­schen Mark

Mit der Wäh­rungs­union der Kern­staa­ten der Euro­päi­schen Union ist die Deut­sche Mark zu einer Fuß­note der Geschichte gewor­den. Sie ist auf­ge­gan­gen in der Gemein­schafts­wäh­rung “Euro”, deren Wert durch ver­schie­dene Mit­glieds­staa­ten immer wei­ter unter­höhlt wird. Viele Men­schen seh­nen sich in Zei­ten der Unsi­cher­heit nach der Deut­schen Mark zurück.

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