Darwin, Charles Robert
2009 ist das erklärte Darwin-Jahr, in dem sein 200. Geburtstag gefeiert wird und sich gleichzeitig der 150. Jahrestag der Veröffentlichung seiner Evolutionstheorie jährt. Glaubt man den Aussagen seines Vaters, so war Charles Darwin, welcher am 12. Februar 1809 im englischen Shrewsbury geboren wurde, ein „gewöhnlicher Junge und etwas unter dem Durchschnitt“. Doch da sein Großvater, Erasmus Darwin, als sehr bekannter Forscher seiner Zeit sich viel mit dem Jungen beschäftigte, war dem Charles die Thematik der Naturwissenschaften von klein auf vertraut.
Der Naturwissenschaftler
Der Brite war als Naturforscher und Naturwissenschaftler eine außergewöhnliche, aber auch teilweise umstrittene Persönlichkeit. Sein Standpunkt, dass die Entwicklung von Organismen nicht nur durch Anpassung, sondern auch durch natürliche Selektion geschieht, wurde und wird von vielen Menschen, besonders von einigen Glaubensrichtungen, angezweifelt, ja sogar verteufelt. Und trotzdem ist seine Lehre von der Evolution der Lebewesen zum Standard in der modernen Biologie geworden und wird heute noch als Darwinismus gelehrt.
Vom Mediziner zum Theologen
Das im Jahr 1825 begonnene Studium der Medizin in Edinburgh musste er zu seinem Leidwesen auf Drängen des Vaters beenden und sich in der theologischen Fakultät eintragen. Da in dem Vorlesungsplan der Theologie in der damaligen Zeit die Biologie noch vertreten war, fiel es ihm dann doch nicht so schwer und er belegte nebenbei auch noch Vorlesungen in naturwissenschaftlichen Fächern, wie Geologie und Botanik. Nach dem Abschluss des Studiums schiffte er sich auf dem Vermessungsschiff „Beagle“ ein und besuchte in den fünf Jahren dieser Reise, die sein ganzes weiteres Leben prägen sollte, unter anderem Südafrika, Südamerika, Neuseeland, Australien und die Galapagosinseln. Auf dieser Reise schrieb er unter anderem in sein Tagebuch: “Selbst Entzücken ist nur ein schwacher Ausdruck zur Wiedergabe der Gefühle eines Naturforschers, der zum ersten Male allein in einem brasilianischen Walde gewandert ist.”
Der Beruf steht fest
Auf dieser, für Darwin entscheidenden Reise, entschloss er sich nun endgültig, den vom Vater so angestrebten Pastorenberuf an den Nagel zu hängen und sich statt dessen mit der Erforschung der Natur zu beschäftigen. Bei dieser Entscheidung halfen ihm auch ohne Zweifel die Studien der Schriften von dem Schotten Sir Charles Lyell, einem der bedeutendsten Geologen des 19. Jahrhunderts. In seinen mit Begeisterung vorgenommenen geologischen Beobachtungen fand Darwin die Theorien von Lyell bestätigt und versuchte dann diese auf die Lebewesen zu übertragen. Doch auch die Schriften des englischen Ökonomen Thomas Robert Malthus begeisterten ihn, der da behauptete, dass der menschlichen Überbevölkerung die natürliche Regulation durch Krankheit, Hunger, Naturkatastrophen und Kriegen gegenüberstehe. Darwin erkannte diese Theorie als Regelmechanismus, übertrug sie auf die Pflanzen– und Tierwelt, die dann auch zur Grundlage seiner weiteren wissenschaftlichen Tätigkeit und der Erklärung der Evolutionstheorie wurde.
Der private Darwin
Auch der private Bereich fand vor der wissenschaftlichen Betrachtungsweise des Forschers keine Gnade. So sah er beispielsweise die Ehe einmal von dem Standpunkt als „der beständige Gefährte und Freund im Alter“, zum anderen als „weniger Geld für Bücher“ und „schreckliche Zeitverschwendung“. Doch irgendwann setzte sich die positive Meinung durch, dass eine Ehe „eine sanfte liebe Frau auf dem Sofa“ bedeute und so entschloss er sich, 1839 seine Cousine Emma Wedgwood zu heiraten, mit der er zehn Kinder hatte.
Neben vielen zeitgenössischen Kritikern gab es auch viele Wissenschaftler, die seine Lehren anerkannten. Er wurde in die Royal Society aufgenommen und war Mitglied in der French Academy of Sciences. Sein Lebenswerk umfasst rund 20 wissenschaftliche Werke, von denen die Abstammungslehre des Menschen die wohl umstrittenste sein dürfte.
Am 19. April 1882 starb Charles Darwin in Down und wurde in Westminster Abbey beigesetzt.
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Category: Lexikon | Tags: Darwin, Evolutionstheorie, Personen, Wissenschaft Kommentare deaktiviert