Das Christkind, wie wir es uns heutzutage vorstellen, verdanken wir vermutlich Martin Luther: blondgelockte Haare, Engelsflügel, ein weißes Kleid, ein leuchtender Heiligenschein, blaue Augen und ein warmherziges Lächeln. Luther erweckte die weihnachtliche Symbolfigur im 16. Jahrhundert zum Leben.
In vielen Städten und Orten werden die, die am 24. oder am 25. Dezember Geburtstag haben, als Christkind bezeichnet.
Bedeutung
Das Christkind ist, wie der Weihnachtsmann oder der Nikolaus, eine Symbolfigur der Weihnachtszeit. Es bringt, wie Eltern ihren Kindern erzählen, in der Nacht von Heiligabend zum Ersten Weihnachtsfeiertag ungesehen die Geschenke in die Häuser. Es zündet die Kerzen am Weihnachtsbaum an und wenn man genau hinhört, kann man sein silbernes Glöckchen läuten hören. Allerdings beschenkt es nur die „artigen“ Kinder, während die „Ungehorsamen“ zwar nicht wie bei Knecht Ruprecht mit der Rute bestraft werden, aber dafür keine Geschenke erhalten.
Verbreitung
Heute ist vor Allem in der Schweiz, in Österreich, in katholischen Regionen Deutschlands sowie in der Region um Nürnberg das Christkind verbreitet. Anfangs kannte man es nur in evangelischen Gebieten Deutschlands, später breitete sich der Brauch nach Bayern, ins Rheinland und bis hin nach Österreich aus. Das ursprünglich evangelische Christkind ist inzwischen hauptsächlich in überwiegend katholischen Gebieten verbreitet.
Geschichte
Die Entwicklung des Christkinds hat zwei gegensätzliche Seiten: zum Einen ersetzte die evangelische Symbolfigur erst die Nikolausfigur der Katholiken, zum Anderen wurde das Christkind schließlich bei den Evangelisten durch den Weihnachtsmann abgelöst, während es bei den Katholiken zum “Geschenkebringer” wurde.
Die Entstehung des Christkinds wird dem Reformanten Martin Luther zugeschrieben, der es etwa im Jahre 1535 als Nikolaus-Ersatz erfand. Diese These ist allerdings umstritten, da es keine eindeutigen Beweise dafür gibt.
Im Mittelalter wurden die Kinder nicht, wie man es heutzutage kennt, am Heiligabend bzw. am Ersten Weihnachtsfeiertag beschenkt, sondern am 6. Dezember, dem Nikolaustag, oder am 28. Dezember, dem „Tag der unschuldigen Kinder“. Dies änderte sich mit der Reformation, da die Protestanten mit den Heiligen der Katholiken, darunter dementsprechend auch der Nikolaus, nichts zu tun haben wollten. Der Brauch des Schenkens am Nikolaustag sollte jedoch nicht verloren gehen, deshalb ersetzte Luther den Nikolaus durch das elsässische Christkind und verschob das Schenken vom Nikolaustag auf den Heiligabend bzw. den ersten Weihnachtsfeiertag. Erst nach 1900 wurde das Christkind, das vorher nur bei den Evangelisten üblich war — zusammen mit dem Adventskranz und dem Weihnachtsbaum — auch bei den Katholiken zur Tradition. Bei den Protestanten verlor es dagegen immer mehr an Bedeutung, da es nach und nach durch die Figur des Weihnachtsmannes ersetzt wurde. Demzufolge beschenkt heutzutage das anfänglich evangelische Christkind zu Weihnachten in erster Linie katholische Kinder.
Christkind und Christuskind
Das Christkind wird oft mit dem Christuskind Jesus gleichgesetzt, hat mit ihm in Wirklichkeit jedoch keinerlei Verbindung. Für die oftmalige Verwechslung sind vermutlich die damaligen Weihnachtsumzüge und Krippenspiele verantwortlich, bei denen ein „Christkind“ die Engelsschar anführte oder dieses zur Krippe zog, um das Christuskind zu beschenken.
Kinderpost an das Christkind
In der Vorweihnachtszeit schicken viele Kinder Briefe mit ihren Weihnachtswünschen an das Christkind. Diese Briefe werden an extra dafür vorgesehene Postämter weitergeleitet, die sie nicht nur sammeln, sondern meistens auch beantworten. Solch ein Postamt gibt es z. B. seit 1950
auch im oberösterreichischen Christkindl, einem Stadtteil von Steyrer, wo die Briefe — etwa zwei Millionen pro Jahr – mit einen Sonderstempel gekennzeichnet werden.
Während in der Schweiz die Schweizerische Post jedes Jahr über 17.000 Kinderbriefe beantwortet, übernehmen diese Aufgabe in Deutschland die Weihnachtspostämter der Deutschen Post AG.
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