Betlehem

11. Dezember 2009

Die Stadt Bethlehem

Bet­le­hem – die Stadt, die im All­ge­mei­nen als Hei­mat­stadt von König David und als Geburts­ort Jesu des ver­hei­ße­nen Mes­sias gilt, liegt im West­jor­dan­land und hat heute etwa 29.900 Ein­woh­ner. Sie grenzt in ihrer nörd­li­chen Aus­deh­nung an die Stadt Jeru­sa­lem. Im Jahre 1967 kam die Stadt Bet­le­hem unter israe­li­ti­sche Ver­wal­tung und gehört seit dem Jahr 1995 zu den paläs­ti­nen­si­schen Autonomiegebieten.

Die genaue Bedeu­tung des Namens Bet­le­hem ist bis heute noch wei­test­ge­hend unge­klärt, da die sprach­li­che Bedeu­tung die­ses Namens im ara­bi­schen und hebräi­schen Dia­lekt jeweils eine Andere ist. Trotz­dem bezeich­net ihr Ursprung jeweils ein Grund­nah­rungs­mit­tel, so dass man den Namen mit „Haus des Flei­sches“ oder „Haus des Bro­tes“ über­set­zen könnte.
Fest steht aller­dings unum­stöß­lich, ein bedeu­ten­der Teil der bib­li­schen Geschichte hat sich in Bet­le­hem zugetragen.

Die Geschichte

In vie­len ver­schie­de­nen Büchern der hebräi­schen Schrif­ten wie etwa der Gene­sis, Ruth und Samuel sowie den Evan­ge­lien in den grie­chi­schen Schrif­ten der Bibel, wird immer wie­der Bezug auf diese Stadt genom­men. Sie war bereits Her­kunfts­ort des eins­ti­gen Königs David und sollte nun auch den Mes­sias her­vor­brin­gen. Große reli­giöse Bedeu­tung und damit auch eine ent­spre­chende Ver­eh­rung erfährt der Ort, den die Chris­ten als den Geburts­ort des Mes­sias anse­hen. Hier erhebt sich bereits seit dem Jahre 326 die von Kon­stan­tin gegrün­dete griechisch-orthodoxe Geburts­kir­che.
Auch der Kin­der­mord von Bet­le­hem, der von eini­gen bestrit­ten und von ande­ren His­to­ri­kern für glaub­haft gehal­ten wird, soll sich hier zuge­tra­gen haben.
Aus­ge­löst durch den Besuch ori­en­ta­li­scher Stern­deu­ter wurde der dama­lige König Hero­des auf das Jesus­kind auf­merk­sam und ver­suchte es umzu­brin­gen. Um sicher zu gehen, dass sein Ver­such auch nicht schei­terte, ließ Hero­des alle männ­li­chen Kin­der im Alter von bis zu zwei Jah­ren töten. Ein his­to­ri­sches Mas­sa­ker das trotz aller Bemü­hun­gen nicht von Erfolg gekrönt war. Das Bibel­buch Lukas berich­tet aus­führ­lich über diese Geschichte.

Bet­le­hem in der Neuzeit

Doch auch noch heute ist Bet­le­hem eine wich­tige Metro­pole. Im Jahre 1973 grün­dete der Vati­kan­staat die Uni­ver­si­tät Bet­le­hem. Hier sind bis heute etwa 2000 Stu­den­ten imma­tri­ku­liert – zirka ein Drit­tel Chris­ten und zwei Drit­tel Mos­lems. Spe­zi­elle Lehr­fä­cher an der Uni sind neben Phi­lo­so­phie und einem Stu­di­en­gang mit theo­lo­gi­schen und sozio­lo­gi­schen Fächern auch Wirt­schafts– und Natur­wis­sen­schaf­ten, Erzie­hung, Kran­ken­pflege und Tou­ris­mus.
Im Herbst 2007 gab die paläs­ti­nen­si­sche Admi­nis­tra­tion die Grün­dung einer zwei­ten Uni­ver­si­tät bekannt gege­ben. Die neu eröff­nete Ahliya-Universität nahm mit sofor­ti­ger Wir­kung ihren Stu­di­en­be­trieb auf.

Doch neben aller Gelehr­sam­keit ist auch der Tou­ris­mus für Bet­le­hem eine sehr wich­tige Ein­nah­me­quelle. Trotz gro­ßer Bemü­hun­gen hin­ter­ließ die mehr­ma­lige Beset­zung der Stadt ihre Spu­ren und ver­ur­sachte große Schä­den. Da die Gäste stän­dig die Grenz­kon­troll­stel­len pas­sie­ren müs­sen, ver­brin­gen nur wenige Rei­se­grup­pen die Nacht in der Stadt, was die Schlie­ßung eini­ger gro­ßer Hotels zur Folge hatte. Allein jähr­lich zur Weih­nachts­zeit blüht das tou­ris­ti­sche Leben in Bet­le­hem wie­der auf und bevöl­kert den his­to­ri­schen Krip­pen­platz.
Die Geburts­kir­che und ihr weit­läu­fi­ger Vor­platz glei­chen beson­ders in die­ser Zeit einer zeit­lo­sen Idylle.

Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung

Die neu­zeit­li­che Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung der Stadt weist ein erheb­li­ches Ungleich­ge­wicht auf, denn es leben heute nur etwa 10% Chris­ten, dafür aber nahezu 70% Mus­lime in Bet­le­hem. Lei­der kann nichts dar­über hin­weg­täu­schen, dass die orts­an­säs­si­gen Chris­ten ver­su­chen, der eher trost­lo­sen wirt­schaft­li­chen und ide­el­len Lage der Stadt zu ent­flie­hen.
In und rund um Bet­le­hem gibt es vier Flücht­lings­la­ger, die den Aus­nah­me­zu­stand der Stadt seit 1967 kenn­zeich­nen. Die dort leben­den etwa 20.000 Men­schen kom­men aus ganz Paläs­tina und haben einen UN-garantierten Flüchtlingsstatus.

Doch da ist noch etwas – eine acht Meter hohe, unüber­wind­li­che Beton­mauer. Diese Sperr­mauer soll die Bewoh­ner der Stadt vor so genann­ten Selbst­mord­at­ten­tä­tern schüt­zen. Man kann nun Bet­le­hem nur durch ein bewach­tes Tor ver­las­sen oder wie­der betre­ten. Aller­dings ist das Wach­per­so­nal am Check­point den Chris­ten gegen­über sehr großzügig.

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