Allerheiligen

17. April 2010

Bedeu­tung

Aller­hei­li­gen wird in der West­kir­che am 1. Novem­ber und von den ortho­do­xen Kir­chen am nach Pfings­ten fol­gen­den Sonn­tag gefei­ert, In der römisch-katholischen Kir­che ist Aller­hei­li­gen ein Hoch­fest, in der angli­ka­ni­schen Kir­che ein „Prin­ci­pal Feast“ und bei den luthe­ri­schen und wei­te­ren pro­tes­tan­ti­schen Kir­chen als so genann­ter Gedenk­tag der Hei­li­gen ein Fest.

Jedes Jahr geden­ken die Men­schen an Aller­hei­li­gen wirk­lich allen Hei­li­gen. Auch die­je­ni­gen Hei­li­gen, die nie­mals hei­lig­ge­spro­chen wur­den und andere Hei­lige, deren Hei­lig­keit nur Gott bekannt ist, wer­den an Aller­hei­li­gen mit eingeschlossen.

Geschichte

Ein­ge­führt wurde Aller­hei­li­gen, da es nicht mög­lich erschien, jedem Hei­li­gen sei­nen eige­nen beson­de­ren Fei­er­tag zu wid­men. Schon im anti­ken Chris­ten­tum kannte man ähnli­che jähr­li­che Gedenk­tage, an denen man Mär­ty­rern, Hei­li­gen und auch ein­fa­chen Gläu­bi­gen die Ehre erwies. Seit dem Beginn des 4, Jahr­hun­derts gibt es in den Ost­kir­chen das Aller­hei­li­gen­fest, das man jeden ers­ten Sonn­tag nach dem Pfingst­fest als den „Her­ren­tag aller Hei­li­gen“ beging. In der West­kir­che weihte der Papst Boni­fa­tius IV. im Mai des Jah­res 609 oder 610 in Rom das heid­ni­sche Pan­theon, ehe­mals ein Hei­lig­tum der anti­ken Göt­ter, der hei­li­gen Jung­frau Maria sowie allen Mär­ty­rern. Zusätz­lich ord­nete der Papst an, eine jähr­li­che Feier am Frei­tag nach Ostern anzu­set­zen. Mehr als 100 Jahre spä­ter weihte der Papst Gre­gor III. in der Basi­lika des hei­li­gen Peter allen Hei­li­gen eine Kapelle und legte in die­sem Zusam­men­hang den Fei­er­tag für Rom auf den 01.11. jeden Jah­res. Im spä­ten 8. Jahr­hun­dert fing man schließ­lich an, vor allem in Frank­reich, die­sen Fei­er­tag auch außer­halb der Stadt Rom zu fei­ern. Nach und nach ver­brei­tete sich die­ser Fest­tag am ers­ten Novem­ber in der gan­zen west­li­chen Kir­che. Im Jahr 835 legte Papst Gre­gor IV. das Fest Aller­hei­li­gen für die ganze West­kir­che ver­bind­lich auf den ers­ten Novem­ber fest.

Fei­er­tag Allerheiligen

In der heu­ti­gen Zeit ist das Fest Aller­hei­li­gen in vie­len Län­dern nicht nur ein kirch­li­cher, son­dern auch ein gesetz­li­cher Fei­er­tag. Dazu gehö­ren Liech­ten­stein, Öster­reich, die katho­lisch gepräg­ten Schwei­zer Kan­tone, Luxem­burg, Frank­reich, Ita­lien, Spa­nien, Bel­gien, Por­tu­gal, Polen, Kroa­tien, Ungarn, Slo­we­nien, Litauen, die Slo­wa­kei und die süd­ost­asia­ti­schen Phil­ip­pi­nen. In Deutsch­land ist Aller­hei­li­gen in den Bun­des­län­dern Bay­ern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, dem Saar­land und Rheinland-Pfalz ein gesetz­li­cher Fei­er­tag. In die­sen deut­schen Bun­des­län­dern gehört das Fest Aller­hei­li­gen zu den so genann­ten „stil­len Fei­er­ta­gen“. Das bedeu­tet, dass die Durch­füh­rung von Tanz­ver­an­stal­tun­gen sowie laute Musik an die­sem Tag nicht erlaubt sind.

Bräu­che

Je nach Land und Region gibt es am Fest Aller­hei­li­gen ver­schie­dene spe­zi­elle Bräu­che und Tra­di­tio­nen. Zum Bei­spiel ist es im Inn– und Haus­ruck­vier­tel Ober­ös­ter­reichs bis hin zum Chiem– und Ruper­ti­gau in Süd­ost­bay­ern Brauch, an Aller­hei­li­gen Zöpfe aus Hefe­teig zu flech­ten und zu backen, die unter dem Namen Aller­hei­li­gen­ge­bäck bekannt sind. Auch im Nor­den der Ober­pfalz kennt man einen sol­chen Zopf, der aus Hefe­teig gefloch­ten wird. Dort trägt er aller­dings den Namen „Allerheiligen-Strietzl“ und wird am ers­ten Novem­ber von den Firm­pa­ten an ihre Firm­pa­ten­kin­der verschenkt.

Der auf Aller­hei­li­gen fol­gende Tag wird von der römisch-katholischen Kir­che als Aller­see­len gefei­ert, an wel­chem man der armen See­len gedenkt, die im Fege­feuer sind. In vie­len Fäl­len nimmt man die Grä­ber­seg­nung, die mit dem Fest ein­her­geht, schon am Nach­mit­tag des Allerheiligen-Festes vor. Zu Aller­see­len gibt es den Brauch, die Grä­ber der Ver­stor­be­nen auf beson­dere Art zu schmü­cken, vor allem mit Grab­lich­tern. Das Fest Aller­hei­li­gen, das im anglo­phi­len Sprach­raum „All Saints’ Day“ genannt wird, beginnt man in eng­lisch­spra­chi­gen Län­dern oft mit einem Pro­zes­si­ons­lied namens „For all the saints“.

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