Advent

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Was bedeu­tet Advent?

Der Advent dau­ert vom 4. Sonn­tag vor Weih­nach­ten bis zum 24. Dezem­ber. Der Begriff lei­tet sich von dem latei­ni­schen Wort adven­tus ab und lässt sich mit „Ankunft“ über­set­zen. Die Advents­zeit ist für die Chris­ten in aller Welt die Vor­be­rei­tungs­zeit auf das Fest der Geburt Jesu. Gleich­zei­tig war sie in frü­he­ren Jahr­hun­der­ten für die Men­schen auch eine Zeit, die von allem Heid­ni­schen vor der Win­ter­son­nen­wende befreien und die Vor­freude auf Weih­nach­ten stei­gern sollte.

Seit wann gibt es den Advent?

Die Anfänge gehen bis ins 5. Jahr­hun­dert zurück. In der Gegend von Ravenna in Ita­lien erko­ren die Chris­ten den letz­ten Sonn­tag vor dem Hei­li­gen Abend zum Advents­sonn­tag.
Ein Jahr­hun­dert spä­ter bestimmte Papst Gre­gor der Große für die Advents­zeit vier Sonn­tage. Aber bis in die heu­tige Zeit gibt es Abwei­chun­gen von die­ser Regel. So zum Bei­spiel in der Syrisch-Orthodoxen Kir­che, deren Mit­glie­der den Advent an sechs Sonn­ta­gen fei­ern, ebenso die Chris­ten in Mai­land. Die ortho­do­xen Gläu­bi­gen in aller Welt berei­ten sich mit einer Fas­ten­zeit auf Weih­nach­ten vor, die eben­falls sechs Wochen vor dem eigent­li­chen Fest beginnt.

Worin unter­schei­den sich die ein­zel­nen Adventssonntage?

Die christ­li­che Lit­ur­gie hat jedem Advents­sonn­tag ein eige­nes Thema zuge­ord­net. Der erste Sonn­tag soll die Gläu­bi­gen an Jesus Ein­zug in Jeru­sa­lem erin­nern. Der zweite Advent steht im Zei­chen der Erwar­tung auf den kom­men­den Erlö­ser, wäh­rend drit­ten Advent Johan­nes dem Täu­fer gewid­met ist. Am vier­ten Sonn­tag steht bei dem Katho­li­ken Maria, die Mut­ter Got­tes im Mit­tel­punkt. Die Pro­tes­tan­ten befas­sen sich an die­sem Tag mit der Freude, die Geburt Christi der Mensch­heit brachte. Die syrisch-orthodoxen Chris­ten wid­men ihre Lit­ur­gie an ihrem sechs­ten Sonn­tag zusätz­lich den Vor­fah­ren Jesu.

Warum gibt es den Adventskranz?

Wenn am ers­ten Advent die ers­ten Kerze am Advents­kranz ange­zün­det wird, erin­nern sich gewiss nur wenige Men­schen an Johann Hin­rich Wichern. Dabei war es der sozial enga­gierte Pfar­rer, der 1839 den ers­ten Advents­kranz vor das „Rauhe Haus“ stellte. Jahre zuvor hatte er diese „Betreu­ungs­an­stalt“ für Wai­sen­kin­der gegrün­det.
Wicherns Advents­kranz bestand aus einem Holz­reif, an den er drei­und­zwan­zig Ker­zen anbrachte. Vier große weiße Ker­zen stan­den für die Advents­sonn­tage, neun­zehn klei­nere rote Ker­zen sym­bo­li­sier­ten die Werk­tage. Jeden Tag durfte ein Wai­sen­kind eine Kerze anzün­den.
Ein­und­zwan­zig Jahre spä­ter ver­wen­dete Johann Hin­rich Wichern zum ers­ten Mal Tan­nen­grün für sei­nen Advents­kranz. Der Brauch erfreute sich bei den evan­ge­li­schen Chris­ten bald gro­ßer Beliebt­heit. In einer katho­li­schen Kir­che hing erst­mals 1925 ein Advents­kranz. Advents­kränze wer­den heute meist aus dün­nen Tan­nen­zweige gebun­den, aber auch Kränze aus Plas­tik fin­den inzwi­schen ihre Liebhaber.

Advent oder Event?

Jeder ver­bin­det wohl mit dem Advent etwas Ande­res. Für den einen sind die Wochen vor Weih­nach­ten der pure Stress. Andere nut­zen die Zeit zur Besin­nung, zum gele­gent­li­chen Inne­hal­ten und machen den Advent zu ihrem per­sön­li­chen Event der inne­ren Ein­kehr. Viele las­sen sich ein auf das Geheim­nis­volle die­ser Tage und Nächte oder nut­zen die Mög­lich­keit, sich in die Stille zurück­zu­zie­hen und Erin­ne­run­gen an die eigene Kind­heit auf­le­ben zu las­sen. Die Lich­ter in der Advents­zeit ste­hen auch für den Kampf gegen das Dunkle und leuch­ten jedem Mög­lich­kei­ten aus, sei­nen per­sön­li­chen Advent zu gestal­ten und zu genießen.

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